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            Lebens - Lebenskreis

   Alle diese Informationen befassen sich mit all den Ereignissen,

        die sich während einer Lebenszeit abspielen können.

 

 Die blau hinterlegten Info-Bereiche sind aktiv mit Information belegt!

      Die Tätigkeiten sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.


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A: 0

B: 0

C: 0

D: 0

E: 0

F: 0

G:        Gedichte:

               -Adam und Eva

               -AffenAbstammung

               -dSau is in Kreisseech eihkumma

               -Liacht zum Sterbm

               -Mühle Gehenhammer, Franz Schacht, +1985


      -Geburt:

H: 0

I-J: 0

K:        -Krankwerden und Krankensalbung:

L: 0

M:        -Menschsein!



       -Musik und Gesang:

                       -Barometer steigt glei wieda in dHoeh

                       -Der Böhmische Traum mit Gesang

                       -Des Girgnbercha Heimatlied

                       -Ah Zahwaih und ah HennaAauch

                       -Wie der Herrgott die Welt erschaffen hat  

                       -Vam Pforra seina Kouh



   

N: 0

O: 0

P: 0

Q: 0

R: 0

S: 0

Sch: 0

Sp: 0

St:       -Sterben:  -Sterben und Beerdigung

               -Beerdigung gehen

               -Beerdigung gehen, warum?

                -Sterbebilder

T: 0

U:        -Umsonst (Umma suunst)

V: 0

W:       -Witze:   

              -Kinderverhütung auf dem Heuboden

                            -Verwechselte Liebesdummheit

                         


XYZ: 0


 

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                      G

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                 Gedichte

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11.09.2018 Adam und Eva

-Wai unsa Herrgott hat, die Welt erschaffm ghabt,

 haout er ah glei draaf, an Adam und dEva gmacht.

 

-Dann führt ers eine ins Paradies und sagt,

 va alle Baam rundum kinnts essn,

 bis bloß va den Baam da nehmst ma nix,

 des is da mei, sunst wir ih baiß und grante fei.

 

-Doch dEva schleicht se zu den Baam in da Mitt,

 ganz heimle daouts die größtn nehma,

 an Adam schreits, zum Essn kumma,

 heint gibt’s dei Leibspeiß, kumm und iß,

 daß du des mogst, des woiß ich gwiß.

 

-Lang hout er ummadruckt, houtn nirt wolln,

 hat gmoint der Epfl, der is gstuhln.

 Daou nimme nix, mir wors ja gurt

 und überhaupt laou mir mei Ruhr.

 

-Die Eva aber git nirt naou,

 da Willn is stork,

 dochs Fleisch is schwoch.

 

-Naoua ah gschlonga Viertelstund,

 haout er ah dHälft scha im Mund,

 beißt ei und schmatzt,

 scha is ah drunt, du Eva sagt er, des is gsund.

 

-Des Ding is gurt, des schmeckt nach mehr,

 gaih daou glei nu ah poor Stückl her,

 und übahaapt kraich ich ah gFühl,

 ich glaab, das ich va dir wos wühl.

 

-Sie sagt, des kann koi Irrtum sei,

 bei mir schaißts ah scha gspaßig eih.

 

-Woißt wos, mir essn numal oin,

 weil schodn glaube daout des koin.

 

-Und so enstand der Sündnfall,

 oba des vazühl ich as nächste Mal.

 

Abschrift von Musikkassette: (1994 Tochter Michaela)

          Vortrag von Theresia Kreuzer

 


          Zusammenstellung und Skizze: Rupert Herrmann, 11.09.2018


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09.09.2018 AffenAbstammung

-Da kloi Micherl schaut sein Vatern ah halbe Stund lang ah.

 Da Vata denkt, Wos haout er na, an mir is doch nix draa?

 

-An Vatern den wird’s zwida und sagt ah bisserl rauh,

 du haoust ah heint scha wieda ah ganz saudumms Gschau!

 

-Da Micherl daout nu gaffem und sagt, du Vata is des waohr,

 wir stamma oh vam Affm, va hundertausend Jaohr?

 

-Da Vata reißt se zam, af wos den kummst denn nuh,

 mir solln vom Affm ohstamma?

 

-Ich nirt, haichstens du!

 

 Abschrift von Musikkassette: (1994, Tochter Michaela)

             Vortrag von Theresia Kreuzer

 

  

 

                                 Zusammenstellung und Skizze: Rupert Herrmann, 09.09.2018


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06.09.2018 dSau is in Kreisseech eihkumma 

-Es is halt allaweil as gleiche Gfrett, 

 der waou an Schodn haout, 

 der haout ah as Gspött.

   

-Ich kenn daou ah ahr poor Heislleit, 

 dai hobm an ihrana Zirch ah Freid, 

 sie aorbatn fleiße Toch und Nacht 

 und san am Pfennich wai da Hacht.

   

-As Haus is saawa, 

 as Schlaoidl raucht und weil  

 ma wos zum eischirn braucht, 

 drum haout da Sepp, 

 des is sei Pflicht an haufm Holz 

 zum Seegn hergricht.

   

-An Samsta draf wors Wetta schai, 

 in dArbat braucht er heit nirt gaih.

   

-Daou maou daham a wenig wos gscherng, 

 da Sepp der richt sei Kreisseech her 

 und sägt draf laous mit Krach und Lärm, 

 der Haufm maou heit nuh weggsägt wern.

   

-Sei Weih is ah nirt maiße Gwen, 

 dai haout an Hund wos zfressn gebm.

   

-Frische Leckerle haouts nan spendiert, 

 weil er daou draf so emsig wird.

   

-Draf gaits in Stool, sie aorbat gern, 

 da Saustoll mauo heint nuh asgmisst wern.

   

-Daou derf dai Sau, des is bequemer 

 im Hof dras ummanandarenna.

   

-Doch unterdessn hout da Dackl  

 sei Leckerle assagfressn.

   

-Und scho gaits lous die erste Rundn, 

 voran die Sau, hintnaou da Hund.

   

-Dai Hetz is allaweil wilda worn, 

 da Dackl packt dai Sau va vorn, 

 dai draht se um, siaht a Lurch 

 und rast an Sepp durch Boina durch.

   

-Doch recht vül weiter is nirt kumma, 

 dai Kreissech haout aras Tempo gnumma.

   

-zLängst mittlings übern ganzn Buckl 

 wors zsägt an Sepp sei aorme Suugl.


   

-Dai Hetz is as, mit dem Seegn wor Schluß, 

 dai Sau kraigt nu an Gnadenschuß, 

 denn ah Pflaster hait nix gnutzt, 

 dai wor va vorn bis hint afgschlitzt.

   

-Daou packt dem Sepp der heilige Zorn: 

 „Des Hundsvaich is doch narrisch worn!“, 

 und mächt, des is feind nirt zum Lachn, 

 ah no an Dackl zu Hackfleisch zmachn.

   

-Doch des verwehrt nou dann sei Frau: 

 Gaih Sepp sei gscheit, uns langt doch dSau“.

 

 

 

-Weil da Sepp vanünftich is,  

 drum nimmt ers halt ah so wais is, 

 denn wensters richti überlegst, 

 dai Sau wär so bald schlachtreif gwest.

   

-Scho öfters is des Sprichwort gfalln, 

 man feiert Festla so wais falln.

   

-So weit is alls in bestn Butter, 

 dLeit redn zwor va an moderna Kutta, 

 daou jagt ma dSau va untn ei, 

 dann wird’s veraorbat einwandfrei, 

 bloß an gloina Nachteil haout dai Maschina, 

 im Kotelett san zvüh Seechpaah drinna. 

 

        Abschrift von Musikkassette, Theresia Kreuzer  

                  (1994, Tochter Michaela)

   

Zusammenstellung und Skizze: Rupert Herrmann, 06.09.2018

 

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09.09.2018 Laicht zum Sterbm

-DStanglbaierin in da Leitn haout an Waidding in da Seitn.

 

-Nachts af ah mal daouds an Schraor, puscht ans Bett vam Bauern ahoih.

 

-Na wos hauost denn ?, brummt da Baua, Weih, du machst mas 

 Lebm fei sauer.

 

-Haihast, ich mauo sterbm, fangts ah.

 

-Wos scha wieder?, moint da Mah.

 

-Mah, gaih daou ah Laicht ahzündn, Kirzn is im Eck dahintn,

 

-oh der Waihding, laibe Zeit, Mah ich moin, ich stirb nu heint.

 

-Haiah aaf, ich kenn die Faxn! Teifl is des finsta, saxn!

 

-Langsam tappt er am Stangl vire, rennt min Schaedl hi an Tür:

 

-Weih ich dauo koi Kirzn finna, zu wos ah Laicht, du mauoßt doch spinna!

 

-Sie sagt, weil ich sterbm heint mauo!

 

-Ja brauchst denn du ah Laicht dazou?

 

     Abschrift von Musikkassette: (1994 Tochter Michaela)

                        Vortrag von Theresia Kreuzer

 

 

                                Zusammenstellung und Skizze: Rupert Herrmann 09.09.2018

 

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10.11.2019 Gedicht über die Mühle Gehenhammer

            Zusammenstellung und Bild: Rupert Herrmann, 10.11.2019

 

 

Foto: Rupert Herrmann, anno 2005

 

-An da Stroauß noau Woldkirch in Gaijahamma

 staiht ah alte Mühl drouurm afm Ranga.

 Mohlt oba nimma für Menschen und Vieh

 die is aitzat umbaut woarn zu ah na Gastronomie.

 

-As Lokal is nirt zgroauß und ah nirt zklaah

 hergricht vom Girgnbercha Waldvarei.

 Die Möbel di saan nei, doch noaun altn Stül,

 sie maihn ah lange haltn drum sehr stabil.

 

-Im Winta is gurt gheutzt und imma schoi woarm,

 im Summa schoi koöhl einfach gmürdli kann ma sogn.

 Hoaut ah Gast hunga dann derf er des bloß sogn

 dai Wirtsleit imma freindle wern ihnah glei wos aftrogn.

 

 Ah Greickerts, ahn Speeck oder ahn Preßsoog an Schweinern,

 doau maißt oinna schoa ganz blaid sei dös zu verneina.

 Ah gurts Bauerbroaut ah frische Moauß Bier,

 noau dem Essn nuh zwor oder ah vier

 gurte Zigarrn, dai bstellt er dann glei,

 nimmt fünf Stück zu achzig der Preis, des is ihm heit gleich.

 

-Da Wirt der nimmt sie as der fuchzger Kistn rauß,

 denn er is ja ah schlaua, den Gast den kanma ja traua,

 der kann ja nimma schaua, der kennt sie nimma aas.

 

-Viele Wanderer sie kumma und genga

 homse gstirkt und kinna wieda bestehen,

 doch auch Mancher der koi Wanderer is,

 schimpft über des Laafm, tuurt dafür lieba saafm,

 da braucht er nirt so schnaufm, dös Wandern ist doch Mist.

 

-Schauts doch ahmal aaße, wer kummt den durt ganga,

 des is doch da Habberer Saäp, der kummt bestimmt voa Loahma.

 Da Wirt schaut aah assi und schmunzelnd dann er sagt,

 dös wird heit bestimmt wieda ah lange, lange Naacht.

 

-Da Saäp imma lusti bei jedem Spaß dabei,

 doau kanns ja goauah nirt sbunt zurgaihn mit jedernah Viecherei.

 Als Sportsmaah und Wanderer überall bekannt,

 in da Weidn, Paorkstoi und ah im Flossa Land.

 Er springt aaf jedn Tisch und des aasn Stand,

 dös is schoah ah groauße Klasse, denn dös is schoah allahand.

 

-Drumm Wanderfreunde von Nah und von Fern,

 kummt oihmal zu der Mühl ihr werdzess nie berein.

 Die Gschichtn vom Großvoda kehrn nuhmal zruck,

 vazühlt in schönen Träumen von Kinderzeit und vom Glück

 

-Von den böhmisch, bayerischen Schmugglergschichtn

 daou kaant uns die alte Mühl vieles berichtn.

 

  Verfasst vom damaligen Schullehrer Franz Schacht, anno um 1980, +1985.

 


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15.03.2018 Geburt

-Die Fortpflanzung und die Geburt des Menschen, bzw. auch der der gesamten

 Tierwelt, wurde etwa noch vor hunderten von Jahren von der Menschheit als

 nur eine vorhandene Gabe Gottes verstanden, diese Denkweise hat sich aber

 im Laufe der Zeit zu dem weiterentwickelt, dass z.B. ein zusammenkommen

 eines männlichen Samens mit einer Eizelle einer Frau zu einer Befruchtung

 führt.

 

 

  

-Als einfacher Mensch kann man es sich nicht so richtig vorstellen, dass z. B.

 bei einem befruchteten Ei einer Henne, nach einer 21-tägiger Brutzeit ein

 lebendes Küken entschlüpft.

 

-Ich glaube, wenn wir alle noch so gescheit sein wollen, so eine wunderbare

 Vermehrung gibt es vielleicht nur auf unserer Erde.

 

-Ohne dieser vorgenannten Fortpflanzung könnten sich die Tierwelt und ganz

 besonders wir Menschen nicht generationenmäßig fort- und weiterentwickeln.

 

           Weiterentwicklung vor rund 60 Jahren

-Soweit wie ich selber noch ein bisschen über die Vergangenheit zurückdenken

 kann, so möchte ich über die Fortpflanzung und die der Geburt unserer Vor-

 fahren in einer einfachen Art und Weise berichten.

 

                Ein Dutzend Kinder

-Zu früheren Zeiten, da war es noch gang und gäbe, dass größtenteils unsere

 Vorfahren an die acht bis zwölf Kinder gezeugt und auch versucht hatten diese

 aufzuziehen.

 

-War es doch so, dass all diese Nachkommen nach dem Großwerden

 unbedingt zum Arbeiten gebraucht wurden.

 

  

 

 

 

               Bauernhofstammhalter

-Von all diesen sehr vielen Kindern musste damals noch standesgemäß der

 Erstgeborene das vorhandene Anwesen übernehmen, in bestimmten Fällen

 hat dann auch noch ein geeigneter weiterer Nachkomme ein Stück Land vom

 großen Familienbauernhof erhalten, dieser konnte sich selber einen neuen

 Wirkungsbereich aufbauen.

 

              Pfarrer und Schwestern

-Die Mädchen, soweit sie damals nicht von ihren Eltern zwangsverheiratet

 wurden, viele von ihnen wurden dann sehr oft ins Kloster geschickt.

 

-Von den weiteren etwas mehr als gescheiteren Jungen, diese wurden zum

 Studieren geschickt und mussten einfach Pfarrer oder auch Pater werden.

 

           Zurückgebliebene und Behinderte

-Ein etwas zurückgebliebenes Kind wurde auch gebraucht, all diese wurden

 halt dann als Magd oder als Knecht auf dem Hof eingesetzt, diese arbeiteten

 am Hof unentgeltlich mit, nur eigentlich für freies Essen, Kleidung und

 Wohnen.

 

-Zur damaligen Zeit kamen sehr viele Kinder mit einer angeborenen Krankheit

 auf die Welt, oder hatten sich bei schwergängigen Entbindungen eine lebens-

 lange Krankheit oder Behinderung zugezogen.

 

-Behinderte Kinder wurden damals, vielleicht auch aus Scham, dann verstohlen

 auf dem Bauernhof mit großgezogen und wurden so recht und schlecht ganz

 einfach betreut, bis sie irgendwann verstorben sind, alt wurden diese nicht.

 

            Viele Kinder sind verstorben

-Damals wenn auch sehr viele Kinder geboren wurden, sodann sind z. B. von

 den Zwölfen bestimmt zwei oder drei bereits bei der Geburt oder gleich im

 Nachhinein verstorben.

 

-Soweit diese getauft waren, wurden die verstorbenen Kinder in einem Kinder-

 grab auf dem Friedhof beerdigt.

 

               Geburt kurz hintereinander

-Zur damaligen Zeit war es so, dass alle Jahre oder auch alle zwei Jahre ein

 Kind auf die Welt kam.

 

-Sehr oft wurden sodann von einigen Mitmenschen scherzhafte Bemerkungen

 gemacht, wenn ihr jetzt schon drüber seid, lasst doch den Backofen einfach

 nicht auskühlen.

 

                   Befruchtung

-Die Befruchtung erfolgte, ob es so oft von der Ehefrau überhaupt gewollt oder

 auch nicht, in verschiedenster Art und Weise, entweder größtenteils in Liebe

 und mit Lust, aber auch im Zorn nach einem Streit oder gar bei einem kleinen

 oder auch größeren Alkoholrausch.

 

-Damals musste die Frau neben der übermäßigen Arbeit in Haus und Hof die

 vielen Kinder gebären, erziehen und versorgen und dann auch noch zu später

 Stunde für ausgefallene Scherze im Bett da zu sein, wenn nicht dann meinte

 ihr Mann, er könnte sich ja auch mit anderen weiblichem Personal munter

 vergnügen.

 

               Dauer der Schwangerschaft

-Eine Schwangerschaft einer Frau, bei normalem Verlauf, dauert von der Be-

 fruchtung bis zur Geburt 268 Tage, dies sind 38 Wochen und 2 Tage oder

 einfacher gesagt 9 Monate.

 

-Eine Schwankungsbreite kann auch etwa 5 Wochen betragen, entweder ist

 es dann eine Früh- oder eine Spätgeburt.

 

            Verhütung oder auch Abtreibung

-Zur damaligen Zeit wurden eigentlich die Frauen oder auch die sehr jungen

 Mädels, oder auch die jungen Burschen und Männer, bewusst oder auch

 unbewusst, von der Schule oder auch von der Kirche überhaupt nicht so

 richtig über die natürlichen Verhütungsmöglichkeiten aufgeklärt, dies hatte

 dann zur Folge, dass ungewollter Nachwuchs, wie auch immer, ausgetragen

 werden musste.

 

-In ganz besonderen Fällen hatte auch damals schon eine besondere

 Menschenschicht die finanzielle Möglichkeit ganz verstohlen ein Kind im

 Ausland abtreiben zulassen.

 

-Eine andere Bevölkerungsschicht, meistens in besonderen Notlagen, aber in

 diesem Falle sehr selten, weil eben dies gegen ein natürliches Ereignis

 entgegenstrebt, diese hatten eine unerlaubte Schwarzabtreibung irgendwie

 selbst eingeleitet, oftmals mussten diese ihr eigenes Leben damit einbüßen.

 

          Kinderbekommen in sehr jungen Jahren

-Weil eben wie vor genannt, die Aufklärung der damaligen jüngeren Generation

 nicht so gefruchtet hat und der Juckreiz zum Ausprobieren einfach größer war

 als die vorhandene Aufklärung, sodann waren damals die Mütter der Erstge-

 burten noch nicht einmal 20 Jahre alt, in besonderen Fällen konnte es vor-

 kommen, dass die jungen Paare schon mit 18 Jahren heiraten mussten,

 so wie man zu früheren Zeiten einfach so gesagt hatte.

 

-In den 70iger Jahren, wenn man ein junges Moidl mit einem etwas dickerem

 Bauch gesehen hatte, so wurde sehr oft über dies ganz unberechtigt gelästert:

 

        „Die hats dabröselt, oder die hat da Weess gestochen“

 

-Und irgendwann hat die eigene Frau auch einmal eine Wespe gestochen.

 

                        Arbeiten bis kurz vor der Geburt

-Die Frauen in der Landwirtschaft hatten grundsätzlich bis kurz vor der Geburt

 eines Kindes, soweit es irgendwie ging, mitgearbeitet.

 

-Bis in den Jahren etwa vor 1960 waren damals die Landwirte grundsätzlich

 noch nicht krankenversichert und mussten somit die Hebammen- oder auch

 die Arztkosten selbst bezahlen.

 

-Eines muss man Vorwegs sagen, in den Jahren bis etwas vor 1970 sind die

 Ehefrauen einer Arbeiterfamilie keiner zusätzlichen anderen Tätigkeit nach-

 gegangen, denn sie waren eigentlich nur für die Familienversorgung zuständig.

 

-Arbeiterfrauen waren damals über ihren Ehemann krankenversichert, hier

 wurden alle anfallenden Krankheitskosten wie auch für die Geburt bezahlt.

 

                       Erstmals verbesserter Mutterschutz

-In den Jahren nach 1970 sind die Frauen so nach und nach einer eigenen

 zusätzlichen Tätigkeit nachgegangen, nun waren sie selber krankenversichert

 und kamen somit erstmals in den Genuss, dass sie 6 Wochen vor und 8

 Wochen nach der Geburt einen arbeitsfreien Mutterschutz erhielten.

 

          Werdende Mutter steht mit einem Bein im Grab

-Wenn werdende Mütter untereinander plauderten, so wurde oftmals der

 Ausdruck genannt:

               „Bei einer Geburt, steht man mit einem Bein im Grab“.

 

-Man könnte auch sagen: „Es ist hart, eine Geburt mit dem Leben einzubüßen“.

 

                 Damals keine Vorsorge

-Zur damaligen Zeit, da gab es bei den werdenden Müttern keine Vorsorge-

 untersuchungen, damals sagte man ganz einfach:

            „Ein Kind wurde gemacht und dann auf die Welt gebracht“.

    

        Hebamme nur kurz vor oder nach der Geburt

-Die örtliche Hebamme, damals die Grundler-Hebamme oder dann zuletzt um

 1960 die Hebamm-Rosa wurde einige Wochen vor der Niederkunft informiert

 und wenn es kurz vor der Geburt war, oder wenn schon die Wehen erstmals

 einsetzten, sodann wurde ganz schnell zu Fuß die Hebamme verständigt.

 

-Auch sie kam zu Fuß, wegen der Schwere des Geburtenkoffers wurde dieser

 vom Benachrichtiger getragen, oder mit dem Fahrrad an geeilt.

 

                  Ja schoine Bäuerin, is erbert scho so weit

-Ja bis in den Jahren um 1970 fanden grundsätzlich Hausgeburten statt, nur in

 besonderen akuten Fällen wurde die zu gebärende Frau, damals noch mit

 einem Fuhrwerkgespann, ins naheliegende Krankenhaus nach Vohenstrauß

 gefahren.

 

-Schwierig für die Hebamme war es immer bei den Erstgeburten, denn sie

 kannte ja noch nicht die Beschaffenheit und die persönlichen Zustände der

 erstmalig werdenden Mutter.

 

-All diese Schwierigkeiten gab es dann bei den weiteren Geburten nicht mehr.

 

-Eine Erstwöchnerin fragt eine erfahrene Kindsmutter wie dies so ist mit einer  

 Entbindung, diese sagte:

    „Wenn du meinst du stirbst, dann ist es soweit und es ist vorbei!“

 

            Auch damals gab es auch Fehlgeburten

-Auch in den früheren Jahren gab es sehr oft Fehlgeburten oder Abgänge, wie

 man landläufig so sagte, auch hier stand die Hebamme mit Rat und Tat zur

 Seite.

 

             Geburt oder auch Entbindung

-Die Geburt eines Kindes ist eine sogenannte Losbindung der Nabelschnur des

 Kindes von der Mutter, ab diesem Moment lebt das Kind ohne Abhängigkeit

 der Mutter von alleine weiter.

 

-Eine Geburt kann unter Umständen im Durchschnitt etwa 8 - 12 Stunden

 dauern.

                                Einsetzen der Wehen

-Bei eintreten der Wehen, etwa bei 2 – 3 Wehen innerhalb 10 Minuten, verkürzt

 sich dadurch der Gebärmutterhals und eine Eröffnung des Gebärmutterhalses

 ist die Folge.

 

-Wenn die Fruchtblase schon mal geplatzt ist, dann dauert es unter normalen

 Umständen nicht mehr allzu lange, denn mittels der Presswehen beginnt die

 Längsseite des Kopfes den ovalen Beckenausgang zu durchbrechen, sodann

 dreht sich der Kindeskörper um 90 Grad, somit das wiederum die Längsseite

 die Schmalstelle passieren kann.

 

-Bei einer sehr schwergängigen Geburt ist es in den vergangenen Zeiten sehr

 oft vorgekommen, dass bei der Austreibung des Kindes der Muttermund hin

 zur Dammseite ungewollt eingerissen ist.

 

                    Entnabelung

-In früheren Zeiten wurde die Nabelschnur sofort durchtrennt und fachmännisch

 abgebunden.

 

-Derzeit kann es auch so praktiziert werden, dass frisch geborene Kind wird

 auf die Brust der Mutter solange gelegt, bis unter normalen Zuständen die

 Nachgeburt abgeschlossen ist, sodann erst wird die Nabelschnur entzweit.

 

-Die Nachgeburt besteht aus dem Mutterkuchen und von Teilen der

 Fruchtblase.

 

 

 

  

             Mutter- und Kindesversorgung

-Sofort nach der Geburt solle die Anbindung Mutter und Kind erfolgen, sowie

 sollen sie sich beide während dieser 6-wöchigen Kindsbettzeit an das Stillen

 und an den Schlaf- und auch Trinkrhythmus gewöhnen.

 

              Totgeburt bei Austreibung

-War schon einmal eine Geburt eingeleitet und kam es während der

 Austreibung zu größeren Schwierigkeiten, sodann hatte das zu gebärende

 Kind fast keine Chance mehr, wegen der Erstickung, zum Überleben.

 

-In besonderen Fällen konnte es schon vorkommen, dass von Haus auf das

 Kind bereits im Mutterleib abgestorben war.

 

                       Muttertod war damals oft der Fall

-Während der ersten 10 Tage nach der Geburt, genannt als Früh-Wochenbett,

 war eine bakterielle Infektion der Gebärmutter nicht immer auszuschließen,

 dies konnte eine Blutvergiftung auslösen, dies war eine Ursache von vieler

 Todesfällen zur damaligen Zeit.

 -Im medizinischen Sinne sollte eine sexuelle Enthaltsamkeit während dieser

 Zeit eingehalten werden.

 

-Damals eigentlich war das Leben einer Frau nicht viel wert, wenn man an so

 einen nachfolgenden Bauernspruch denkt:

 

 „Weibersterben, kein Verderben – Gaulverrecken, das ist ein Schrecken!“

 

                Kinder deren Herkunft

-Es gibt ehelich geborene Kinder, sowie auch uneheliche Kinder, bzw. auch

 Adoptivkinder, die eigentlich von Elternpaaren angenommen werden.

 

         Kinder gebären zur heutigen Zeit

-Vorgenannt aufgeführt habe ich versucht das Kinderkriegen vor etwa hundert  

 Jahren in einer sehr groben Art und Weise darzustellen um zum Erkennen zu

 geben, dass sich die Zeit der Kindergeburten einfach der jetzigen Zeit

 angepasst hatte.

 

-Weil sich das urmenschliche Entbinden nicht recht viel geändert hat, sodann

 möchte ich nur die Abweichungen von damals zur heutigen Zeit wie folgt

 festhalten.

 

           Mehr Selbstbestimmung der Kinder

-Gegenüber den früheren Zeiten können heut zu Tage die Kinder ihren Ehe-

 partner selbst aussuchen oder sein eigenes Leben so gestalten wie sie es

 wollen.

 

                 Anzahl der Kinder

-Die Anzahl der Kinder in einer Familie ist derzeit im Durchschnitt von zwei

 bis drei Kindern.

 

-Im Gegensatz zu den früheren Zeiten ist derzeit ein Anstieg von Zwillings-

 geburten zu verzeichnen.

 

-Die Kindersterblichkeit bei der Geburt ist fast so viel wie Null.

 

           Geburten nur mehr im Krankenhaus

-Trotz den sehr gut ausgeführten Krankenhausentbindungen, wo eigentlich

 immer eine Hebamme, ein Arzt und ein Arzthelferteam vor Ort ist, kann es

 zu Komplikationen kommen, dies kann zu einer Behinderung des Kindes

 führen.

 

             Geburten, von wo bis wann

-Vor 1970 fanden grundsätzlich alle Geburten als Hausgeburt statt, hier hatte

 eine örtliche Hebamme den Einzugsbereich von der jetzigen Pfarrgemeinde

 zu betreuen.

 

-Ab 1970 bündelte man die Entbindungen all unserer werdenden Mütter aus

 unserem Einzugsgebiet der Gemeinde Georgenberg grundsätzlich im Kreis-

 krankenhaus Vohenstrauß.

 

-Etwa 5 Jahre betreute unsere heimische Hebamme die Mütter aus unserer

 Gegend.

 

-Sodann folgten überregionale Hebammen, angestellt vom Krankenhaus.

 

-Ab 15.03.1982 wurden alle Entbindungen aus dem gesamten Altlandkreis-

 bereich Vohenstrauß ins Krankenhaus nach Neustadt /WN oder auch nach

 Weiden verlagert und wiederum ab 01.01.2005 wurden diese in Neustadt/WN

 eingestellt, neuerdings haben derzeit alle werdenden Mütter die Möglichkeit,

 sie können sich bei den Krankenhäusern Weiden, Amberg, Schwandorf und

 Tirschenreuth anmelden um ihre Kinder dort zu gebären.

 

              Aufklärung und Verhütung

-Die Verhütungsaufklärung ist seit den Jahren um 1970 so ausgerichtet, dass

 sich die Mädchen und die Frauen grundsätzlich vorzugsweise sich mit einer

 Antibaby-Pille vor einer möglichen Schwangerschaft schützen können.

 

-Derzeit im Jahre 2018 betragen die Kosten der Verhütungspillen im

 Durchschnitt zwischen 10 bis 20 Euro pro Monat.

 

-Zur heutigen Zeit steuert maßgebend die Frau, ja sie will und muss es auch,

 den Kinderwunsch.

 

-Alle privatversicherten Frauen müssen für deren Kosten der vorgenannten

 Verhütung selber aufkommen.

 

-Frauen ab einem gebärfähigen Alter bis 18 Jahre erhalten von der

 gesetzlichen Krankenversicherung, natürlich verschreibungspflichtig, die

 Verhütungspille kostenlos, von 18 bis 20 Jahre mit jedoch einer eigenen

 Zuzahlung von 5 Euro pro Monat, Frauen ab 20 Jahre müssen die Pille

 dann selber zahlen.

 

-Weitere Empfängnisverhütungen sind, die Orientierung an den natürlichen

 Menstruationszyklus der Frau, die Kondomverwendung des Mannes oder ein

 Aussteigen des Mannes vor dem Samenerguss.

 

            Frauen sind nicht mehr abhängig

-Seit den Jahren um 1970 sind die Frauen von ihren Männern nicht mehr ab-

 hängig, sie verdienen ihr eigenes Geld und können somit ihr eigenes Leben

 selbst auch gestalten.

 

-Dies hat halt neuerdings zur Folge, dass sehr viele Eheverbindungen

 innerhalb kurzer Zeit wieder in die Brüche gehen, und in sehr vielen Fällen

 muss es dann wiederum die Frau mit ihren Kindern alleine ausbaden und

 muss somit mit der Alleinerziehung zurechtkommen.

 

                    Geburten jetzt erst ab 30 Jahren

-Derzeit ist es so, dass die Mädchen zuerst eine Weiterbildung oder eine Aus-

 bildung machen, diese kann sich bis zum 25. Lebensjahr hinziehen, dann

 wollen sie berufsmäßig einsteigen, während dieser Zeit können sie keine

 Kinder gebrauchen, sodann sind sie dann schon 30 oder gehen an den 40iger

 ran und dann ist auf einmal der Kinderwunsch vorhanden und in manchen

 Fällen will es einfach nicht mehr klappen.

 

                  Mutterschutz

-Der bisherige gesetzliche Mutterschutz beträgt 6 Wochen vor dem be-

 rechneten Geburtstermin und 8 Wochen nach der tatsächlichen Geburt.

 

-In bestimmten Fällen kann der zuständige Arzt eine Arbeitsunfähigkeits-

 bescheinigung ausstellen.

 

-Während der Schwangerschaft findet ab der Feststellung der Schwangerschaft

 allmonatlich eine ärztliche Vorsorgeuntersuchung statt.

 

-In bestimmten Fällen kann der Wöchnerin eine Haushaltshilfe erhalten.

 

 

        Entbindung grundsätzlich in einer Geburtenklinik

-Wenn eine schwangere Frau kurz vor dem rechnerischen Entbindungstermin

 steht, oder sie fühlt es könnten schon die Wehen in Anmarsch sein, somit

 lässt sich diese sofort ins Krankenhaus fahren.

 

-Nach einer erfolgten ausführlichen Untersuchung von der Hebamme in Ver-

 bindung mit einem Arzt werden gemeinsam die weiteren Entbindungsmöglich-

 keiten abgeschätzt.

 

-Bei Überschreitung des sogenannten errechneten Termins um etwa 14 Tage

 oder wegen medizinischer Notwendigkeit kann durch eine Geburteneinleitung

 der Geburtsbeginn künstlich herbeigeführt werden.

 

-Wenn eine natürliche Entbindung nicht zu erwarten ist dann wird eine Kaiser-

 schnittoperation durchgeführt.

 

-Derzeit werden zu etwa 25 bis 30 Prozent Kaiserschnitt-Geburten ausgeführt.

 

-Das betreffende Krankenhaus kann mit all ihren Möglichkeiten, wie

 Saugglocke oder Geburtenzange, eine vollständig abgesicherte Entbindung

 gewährleisten.

 

-Sollte jedoch ein Dammschnitt erforderlich sein, sodann kann dieser nach der

 Entbindung wieder fachärztlich versorgt werden.

 

-Seit etwa 50 Jahren werden grundsätzlich fast alle Kinder, die im Krankenhaus

 geboren wurden nicht mehr mit der eigenen Muttermilch gestillt.

 

             Mütter- und Kindersterblichkeit

-In den letzten Jahrzehnten hat es bei der Krankenhaus-Entbindung

 grundsätzlich keine Mütter- oder Kindersterblichkeit gegeben.

 

            Untersuchungen nach der Geburt

-Nach der Geburt erhält das Kind vom Kinderarzt eine amtliche festgelegte

 Anzahl von Vorsorgeuntersuchungen (U1 bis U 10 usw.).




 

 

 

           Sprüche zur Kindesgeburt

-Eine Stube ohne Kinder, ist wie eine Orgel ohne Pfeifen.

 

-Ein Rind und ein Kind ist mein ganzes Gesind.

 

-Eine Ehe ohne Kinder ist wie ein Blinder.

 

-Je mehr Kinder ja mehr Sorgen.

 

-Kinder sind die Freude des Lebens.

 

-Ah andere Murta hat ah a schoins Kind.

 

-Mit einem kleinem Kind im Haus, sieht die Welt viel schöner aus.

 

              Zusammenstellung und Skizzen, Rupert Herrmann, 15.03.2018


 

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                      K

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07.03.2018 Krankwerden und Krankensalbung

-Krankwerden kann zwei verschiedene Auswirkungen haben, entweder man

 ist noch jung an Jahren und wird nach der Genesung wieder gesund, oder

 man ist schon etwas älter und der Körper kann sich nach einer erfolgten

 Krankheit nicht mehr gesunden, somit tritt dann in Folge der Sterbevorgang

 ein.

 

                     Damalige ärztliche Versorgung

-In den Jahren um Neunzehnhundert, oder auch heute noch, war es mit der

 ärztlichen Versorgung in unserem Grenzlandgebiet nicht gut bestellt, denn

 der nächstliegende Arzt oder auch der Hausarzt praktizierte in Pleystein, im

 besonderem Falle gab es noch eine Möglichkeit, über die Böhmische

 Grenze, ins Dr. Güntner-Spital nach Neulosimthal zu gehen.

 

-Damals musste man zu Fuß die fünf bis zehn Kilometer nach Pleystein gehen,

 oder ein besser gestellter Nachbar fuhrwerkte einem mit dem Steierwagl zum

 Landarzt, wiederum dieser kam auf Bestellung mit einem kleinen Kutschen-

 gespann.

 

-Damals gab es nur bei amtlichen Stellen ein Telefon, entweder man ging zu

 Fuß nach Pleystein, oder zum Pfarrer im Pfarrhof, um eine Anforderung des

 Arztes einzuleiten.

 

                 Arzt selber zahlen

-Zur damaligen Zeit da gab es größtenteils ja noch keine Krankenversicherung

 und der Arzt musste vom Patienten voll und ganz selber bezahlt werden.

 

-Oftmals waren die Geldmittel einfach nicht vorhanden, somit gab es zwei

 Möglichkeiten, entweder die Selbstheilungskräfte waren größer als die

 Krankheit oder für den erkrankten Patienten gab es keine Rettung.

 

            Lebenserwartung war sehr gering

-Die Lebenserwartung war in den früheren Jahren sehr gering, eigentlich

 waren sehr viele schon mit fünfzig oder mit sechzig Jahren voll und ganz

 ab- oder auch aufgearbeitet, wurden somit ein häuslicher Pflegefall oder

 mussten sterben.

 

-Die häusliche Pflege war damals nicht zum Besten bestellt, hier gab es ein

 kleines finsteres Kämmerlein, zwei oder dreimal wurde ein mageres Essen

 bereitgestellt, weil halt die Pflegezeit auch nicht vorhanden war, wurde sich

 vielleicht, etwas boshaft ausgedrückt, innerlich gedacht „iss oder stirb“.

 

          Krankensalbung, Letzte Heilige Ölung

-Wenn eine Gesundung nicht mehr absehbar ist, sodann gibt es nach unserem

 katholischen Glauben ein Sakrament der Krankensalbung, bzw. in früheren

 Jahren sagte man hierzu die letzte Heilige Ölung.

 

-Auch am Ende eines jeden Lebens steht ein christliches Sakrament, welches

 dem Gläubigen den Weg zu Gott erleichtern soll.

        

-Vorgenannte Krankensalbung ist für Menschen bestimmt, die sich wegen

 Krankheit oder Altersschwäche in einem bedrohten Gesundheitszustand

 befinden.

 

-Eine Krankensalbung kann auch wiederholt empfangen werden, wenn der

 Kranke wieder zu Kräften gekommen war, oder bei Fortdauer derselben

 Krankheit eine Verschlechterung eintritt.

 

-In den Jahren vor 1972 sagte man, die sterbenst erkrankte Person erhält

 die letzte Ölung.

 

                       Krankensalbung auf Verlangung

-Der Priester oder auch der Pfarrer der Seelsorgegemeinschaft wird von den

 Angehörigen verständigt, dieser besucht dann den Schwerkranken in seiner

 Wohnung.

 

-Grundsätzlich verläuft diese sakramentale Handlung wie folgt ab:

 Begrüßung, Weihwassergabe, allgemeines Schuldbekenntnis, Lesung,

 Fürbitten, Handauflegung, Weihe des Öles, Salbung von Stirn und Händen,

 Vater Unser beten, und zuletzt die Spendung der Heiligen Kommunion und

 des priesterlichen Segens.

 

 

 

                                  Salbungsgebet

-Gebet des Priesters vor oder auch zur Salbung:

 

 „Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen,

 er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes. Der Herr, der dich von

 Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf“.

 

-Nach der erfolgten Krankensalbung bedanken sich die Angehörigen und ein

 kleiner Obolus wird dem Priester mit auf dem Weg gegeben.

 

                             Weihe des Krankenöles

-Heutzutage wird bei der Krankensalbung nicht mehr Chrisam, sondern

 Krankenöl (geweihtes Olivenöl) verwendet.

 

-Vor Ostern wird das Krankenöl vom zuständigen Bischof geweiht und an die

 Pfarreien verteilt.

 

                            Aktuelle kirchliche Krankenbetreuung

-In den Jahren um und nach 1970 wurde und wird heute noch von der

 kirchlichen Seite ein zusätzliches monatliches Angebot der Kranken-

 kommunion angeboten.

 

-Derzeit wird am zweiten oder dritten Donnerstag im Monat ein Krankenbesuch

 des Pfarrers oder von Unterstützungspersonen (ehrwürdigen Schwestern) aus-

 geschrieben, hier können sich alle jene bewerben, die schwäche- oder krank-

 heitsbedingt nicht mehr zum Gottesdienst zur Kirche kommen können, diese

 erhalten die heilige Kommunion anlässlich dieses Krankenbesuches.

 

-Der Priester oder die ehrwürdigen Schwestern fahren auf Bestellung mit dem

 Auto zu den kranken Personen und haben eine mobile Mini-Versehgarnitur

 selbst mit dabei.

 

-Als Dank für die Überreichung der Krankenkommunion oder der Kranken-

 salbung übergeben die Kranken selber oder deren Angehörigen eine kleine

 Spende für die Pfarrei oder für allgemeine charitative Einrichtungen oder

 auch für anderer christliche Anlässe.

 

-Alle Jahre findet ein Gemeinschaftsgottesdienst mit Krankensalbung statt.

 

         Krankensalbung fast nicht mehr zu Hause

-Weil neuerdings und größtenteils sehr viele Personen sich bei schwer-

 wiegenden Krankheiten im Krankenhaus befinden oder zu guter Letzt

 in einer Palliativstation den Rest ihres Lebens verbringen müssen,

 sodann kann eine Krankensalbung durch einen dort zuständigen

 Priester abverlangt werden.

 

              Wie war es zu früheren Zeiten

-In den Jahren vor oder noch etwas um 1950, da gab es noch keine Autos,

 da wurde der Hochwürdige Herr Pfarrer per Fußmarsch für eine letzte

 Heilige Ölung gebeten, dieser machte sich dann im Chorkleid zu Fuß in

 Begleitung des Mesners oder eines Ministranten, dieser trug eine Laterne

 und eine Schelle, um Entgegenkommende auf die Gegenwart des Aller-

 heiligsten aufmerksam zu machen, auf dem Weg zum Erkrankten.

 

-Im Hause des Erkrankten war dann bereits schon ein Tisch mit einer weißen

 Decke, darauf die Versehgarnitur, ein Kreuz, zwei Kerzen und ein Gefäß mit

 Weihwasser abgestellt.

 

 

 

-Alle Hausbewohner, die nähere umliegende Verwandtschaft und auch die

 Nachbarschaft haben an der letzten Ölung mit teilgenommen.

 

-Dieser Versehgang wurde von der Bevölkerung sehr wohl beobachtet, haben

 die Versehgänger das Haus mit beleuchtender Laterne verlassen, sodann

 hat der Empfänger die Krankensalbung im vollem Bewusstsein empfangen,

 jedoch unbeleuchtet, sodann ist der Schwerstkranke bereits verstorben.

 

         Derzeitige Pflegeabsicherung und Pflegeeinrichtungen

-Neuerdings, zu dieser unserer aktuellen Zeit, ist jeder Arbeitsnehmer

 gesetzlich pflegeversichert, bzw. zusätzlich kann sich ein jeder freiwillig

 zusatzversichern.

 

-Die gesetzliche Pflegeversicherung wurde im Jahre 1995 mit vier Pflege-

 stufen eingeführt und ab 2017 in fünf Pflegegrade abgeändert.

 

-Derzeit werden als Pflegeeinrichtungen angeboten: Seniorenpflegeheime,

 Seniorenwohngemeinschaften, Seniorentagesbetreuung und ein ambulanter 

 Pflegedienst kann in Anspruch genommen werden, die Restkosten jedoch

 müssen vom Benutzer selbst finanziert werden.

 

-Eine häusliche Pflege kann auch von den Angehörigen oder anderen

 Personen ausgeführt werden, jedoch zahlt hierfür die Pflegeversicherung

 nur einen gewissen festgesetzten häuslichen Pflegeanteil.

 

                             Die Zeit hat sich geändert

-Wie wir nun sehen hat sich die Zeit in den letzten 30 bis 40 Jahren in

 Richtung Gesunderhaltung und im Pflegebereich erheblich verändert.

 

-Weil wir Menschen grundsätzlich im Allgemeinen wegen der ärztlichen

 Gesundheitsverbesserung sehr viel älter werden als unsere Vorfahren,

 verlängert und erhöht sich der Gesundheits- und auch der Pflegeaufwand

 um fast eine weitere Generation nach hinten und dieser Mehraufwand

 muss von ungefähr zwei schaffenden Generationen zusätzlich mit erbracht

 werden.

 

                            Was bringt uns die Zukunft

-Unser bisheriges vorgenanntes Krankheits- und Pflegesystem wird

 in Zukunft unsere demokratische und solidarische Staatsordnung

 ganz schön ins Wanken bringen.   

          Zusammenstellung und 2 Skizzen, Rupert Herrmann, 07.03.2018

 

 

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                       M

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25.02.2016  Menschsein!

-Einzel- oder auch einzelne Menschen, sind besondere Menschen,

  die sich mit anderen Menschen, mehr als wie etwas schwer tun,

              um diese als Mitmenschen zu betrachten! 


 

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           Musik und Gesang

 

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09.09.2018 Barometer steigt glei wieda in dHoeh

-Kumme uma neine ham, sagts Weih zu mir,

 weilst ner scha daou bist, des gfreit me ganz schiar.

 zeigt da Barometer ständig auf schoi,

 ah schoins Wetta kraign ma scha, ham mou ma gaih.

 

-Kumme uma zehrne ham, schaue mit zFleiß,

 wos da Barometer zeigt, Schnee oder Eis?

 renn i ah dreiviertel Stund in da Stubm auf und oh,

 sagts alta Süffling, bist ah wieder do.

 

-Kumme uma elfe ham, gibt’s Sturm und Wind,

 wos bist denn du für ah Mah, hast Weih und Kind,

 bildest erbba gar nu ei, du warst da Best,

 schau dast aitzt weiterkummst, eine in dei Nest.

 

-Kumme uma zwölfe ham, rührt sie koi Weih,

 is da Barometer gfalln, des kenn ich glei,

 sogi laibs Weiberl heint is halt spaad,

 sagt sie, Waarst glei asbliebm, wär aah nirt viel Schodn.

 

-Iß oba gaor scha oins, nacha is aus,

 Daou gait da Wind so stork durchs ganze Haus.

 Nauo derf ich nix mehr sogn, sunst kanntes kraign,

 daou sire va weitn scha an Besnstiel flaign.

 

-Und naou am andern Toch, drei oder vier Stund,

 is da Barometer scha zweitest herunt,

 Naou fang ich zum schmeicheln ah,

 Gaih Weiberl gaih, steigt da Barometer glei wieder auf dHoeh.

       Abschrift von Musikkassette: (1994, Tochter Michaela)

                            Vortrag von Theresia Kreuzer


  
                  Zusammenstellung und Skizze: Rupert Herrmann, 09.09.2018

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       Böhmischer Traum, mit Gesang

                              Ursprung: Georg Raith

         Zusammenstellung: Rupert Herrmann, anno September  2016


                              -Wenn ich träum in der Nacht

                                  Träum ich immer von dir.

                            Du bist der Stern in dieser Nacht,

                  und der Stern sagt zu mir ich bleib gerne bei dir,

                                  bis der Morgen erwacht.

 

                              -Dann such ich deine Hand

                                Und es wird mir ganz klar,

           du bist der Stern, der mit dem Morgenrot verschwand.

              Doch es wär wunderschön, bis ans Ende der Zeit,

                               mit dir zu gehn Hand in Hand.

 

                              -Wiederholung der ersten Strophe.

 

PS: - Der Böhmische Traum wird von unseren Musikkapellen sehr gerne 

         gespielt und auch von den Zuhörern erwünscht und auch sehr 

         gerne gehört.

 

       -Aber eines habe ich noch nicht gehört, nämlich den sehr 

        träumerischen Text hierzu.

 

       -Könnt ja mal sein, dass ein Musikant das Mikrofon ergreift und den Text

        des Böhmischen Traumes, uns dem Zuhörer-Publikum, näherbringt.




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13.03.2018 Des Girgnbercha Heimatlied 

                 -Ja wo der Drachselbach in die Zott reinfließt

                  Ja wo der Schweizerhof zum Rehberg rüber grüßt

         „Dort liegt Georgenberg, im schönem Zottbachtal

                   schön ists in diesem Tal, im Zottbachtal“

 

                -Ja wo die Wirsberger des schoine Fleckl hom erkannt

                  und diesen Ort im Tal zum Ritter St. Georg ernannt.

           „Dort liegt Georgenberg, im schönem Zottbachtal

                    schön ists in diesem Tal, im Zottbachtal“

  

                -Ja wo hammerte einst die alte Waffenschmied

                 Ja wo zu Haus Musik erklang und auch das Volkes Lied

         „Dort liegt Georgenberg, im schönem Zottbachtal

                    schön ists in diesem Tal, im Zottbachtal“

 

                -Ja wo hintern Schleiderberg versteckt der Binsenstock

                  Ja so froh der Jägersmann zielt auf den Zwölferbock

         „Dort liegt Georgenberg, im schönem Zottbachtal

                    schön ists in diesem Tal, im Zottbachtal“

           

                -Ja wo uns der Böhmische Wind noch einmal singen mag

                   das Lied vom Zottbachtal ins Grab hinab das Letzte Mal

           „Dort liegt Georgenberg, im schönem Zottbachtal

                     schön ists in diesem Tal, im Zottbachtal“

 

                                                          

  

              Ursprung: Hans Bäumler im Zottbachtal, 1979,

                                   kleine Abänderung Rupert Herrmann, März 2018

 

           -Anmerkung: Der Ton macht die Musik, wer möchte des

                                    Georgenberger Lied vertonen!?

 

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07.09.2018 As HennaAauch,

                ah Zahwaih und ah HennaAauch

-Ah sur ah Zahwaih und ah sur ah HennaAauch,

        des is halt sur ah Kaas,

       da Waiding der is überall,

     ich halts schoah bal nimma as.

 Am schlimmstn is sur ah HennaAauch,

     ich kanns ah nehmatz song,

     will ich ah mal waou hiegaih,

 mouh ih dSchouch in da Händ umdrong -

     will ich ah mal waou higaih,

 mouh ih dSchouch in da Händ umdrong.

 

-     Ja Leit dirtz wists ja nirt,

 wai waih sur ah HennaAauch daout,

      ah sur ah Lumpavaich,

   git Dooch und Nacht koin Rouh.

 Ich spring waou eine, ich douma wos ah,

 weil ah sura Lumpavaich koin Rouh gebm ka.

 

-Da neile waor ih ah mal am Maorkt drunt,

     daou triff ih mein altn Kollegn,

         ich hosnan gsagt,

     und der haout mag gsagt,

      ich soll Kokorol aflegn,

 Ich ho halt dou wai er haout gmoint,

   laouß Pflasta acht Dooch drurm,

     und waie wieda naouschauh,

 kummst va da anderen Seitn aussagschobm -

     und waie wieda nouschauh,

 kummst va da anderen Seitn aussagschobm.

 

-      Ja Leit dirtz wists ja nirt,

 wai waih sur ah HennaAauch daout,

      ah sur ah Lumpavaich,

   git Doch und Nacht koin Rouh.

 Ich spring waou eine, ich douma wos ah,

 weil ah sura Lumpavaich koin Rouh gebm ka.

 

-   Da neile faohre af Nürnberch,

 im Zuch daou wor ah rechts Gschaib,

 Daou datscht me oina afs HennerAauch,

    va Waihding hobe gschrier,

 und ich in mein graoußn Waihding

    lang ich zu da Handbrems hi.

 Da Schaffna kummt, da Zuch bleibt staih

    und er schreit me ah als waih:

     „Sie Rindwih, Sie Trottl,

   was ham sie da hinaufzulangen,

 jetzt steht der Zug, sie …, sie Schafkopf!“

 Dann hobe oba gsagt:

 

-     Ja Leit dirtz wists ja nirt,

 wai waih sur ah HennaAauch daout,

      ah sur ah Lumpavaich,

   git Doch und Nacht koin Rouh.

 Ich spring waou eine, ich douma wos ah,

 weil ah sura Lumpavaich koin Rouh gebm ka.

 

-    Ja neile gaiwe halt schaoufm,

      mei Weiberl und halt ich,

  um Mittanacht, wou alles schaouft,

    daou wormerse ah bisserl gout,

 und waihe so grod in da graißtn Hitz gwen bin,

   denk ih an mei HennaAauch nimmer dra,

    und staouß me mit dem Lumpavaich

    an da Bettstdtkantn ah, Auwaihala!

   und staouß me mit dem Lumpavaich

       an da Bettstdtkantn ah.

 

-     Ja Leit dirtz wists ja nirt,

 wai waih sur ah HennaAauch daout,

      ah sur ah Lumpavaich,

   git Doch und Nacht koin Rouh.

 Ich spring waou eine, ich douma wos ah,

 weil ah sura Lumpavaich koin Rouh gebm ka.

 

Abschrift von Musikkassette: Josef Kreuzer (1994 Tochter Michaela)

  

 

 

Zusammenstellung und Skizze: Rupert Herrmann, 07.09.2018


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05.09.2018 Wie der Herrgott, die Welt erschaffen hat

 

-Wai unsa Herrgott hauot, die Welt erschaffn ghat,  

 haout er ah rechte Plaouch mit all sein Krempl ghat, 

 erst haout ah Ziegn ghait, naou haout ers faüttern main, 

 daou sagt der laibe Gott, aitzt hob es sood.

   

-Er nimmt an Batzn Dreek in dHänd, 

 den schmeißt er ah poormal oi an dWänd, 

 er mischt und nogelt, leimt und draaht, 

 va sieme frai bis abends spad,

 

 er haucht dem Ding a Aoudem aah, 

 ja wistzes wer ah wor der Moah? 

 Da Adam wors mit Leib und Seel, 

 staiht nackat af da Stell, 

 da Adam wors mit Leib und Seel, 

 staiht nackat af da Stell.

   

-Zum Adam sagt der Herr, 

 des ganze Paradies, 

 des is aitz deins des Gschehr, 

 und treib ma ja koin Bschieß, 

 und daast koin Langweil haoust, 

 und daas de nirt dastaoust, 

 ja, ja des mach ma glei, 

 du kraigst ah Weih.

   

-Er nimmt vam Adam ah Rippm weg, 

 und zaigt sie ah poormal durchn Dreek, 

 ah Schlanga nimmt er nachaahmal  

 und steckt sie dera eih ins Maal, 

 an Fuchs den reißt er as Schwanzl as 

 und macht ihra raoute Haoua draas, 

 und schai und frisch wiah Milch und Blout 

 dai Ejva daoustaih daout, 

 und schai und frisch wia Milch und Blout 

 dai Ejva daoustaih daout.

   

-Sie lebm wia Turteltaabm 

 zum Herrgott seiner Freid, 

 der kann des gaoua nirt glaabm, 

 waor oder auch scha haichste Zeit, 

 und dEjva haout nirt grouht  

 und tratzt nan bis aafs Blout,  

 weil er koin Epfl nimmt, 

 des wor halt so ah richtichs Weibasgschindt.

   

-Aitzt wennst den Epfl nirt glei frißt, 

 va mir ras naou koi Maah nirt bist, 

 ich kann doch nirt, des maoust doch seng, 

 nirt allawal va Zwetschgan lebm, 

 der Adam der längst sood scho haout, 

 frißt ai den Epfl gelb und raout, 

 und damals wors zum erstnmal, 

 der grouße Sündnfall, 

 und damals wors zum erstnmal, 

 der grouße Sündnfall.

   

-Da Herrgott haout des gsergn 

 und kraigt an graoußn Zorn, 

 er is va laauta Wout glei richte fuchte worn, 

 daou zaigt er raus ausn Versteck 

 und nimmt ihnnan as Feigenblattl weg, 

 er sagt zum Gabriel:

 

 „Oba auf da Stell!“

 

 Dai zwor main raus ausn Paradies, 

 dai vaschanteln ma ja mei ganze Himmelswies, 

 daou waar ja bal mei laiba Maah, 

 an koin Baam maia a Epfl drah, 

 an Hauszins wollnse mir ah nirt zohln, 

 aitzt solln sie machen was sie wolln, 

 die schönstn Epfl homsma gstuhln,  

 aitz solls der Teifl huln, 

 die schönstn Epfl homsma gstuhln, 

 aitz solls der Teifl huln. Jaawohl!

   

                         Ursprung: Abschrift von Musikkassette, 1994, Tochter Michaela


    
                        Zusammenstellung und Skizze: Rupert Herrmann, 05.09.2018   

 


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     Zusammenstellung: Rupert Herrmann, am  04. Dezember 2015

 

               „Vam Pforra seina Kouh“

-Um 1960, wie ich in der 5. Klasse, bei der Volksschule in Brünst, zur Schule

 gegangen bin, da hatten wir, bei unserem Herrn Pfarrer, Michael Wagner, die

 allwöchentlichen Religionsstunden.

 

-Wir hatten damals als Kinder immer die größte Freude, wenn der Herr Pfarrer  von der Tür herein kam und hatte seine Geige dabei.

 

-Denn unser damaliger Pfarrer, der konnte sehr gut Geige spielen, singen und 

 bestimmte Melodien auch pfeifen.

 

-Wenn alles während der Religionsstunde geklappt hatte, dann hatte er meistens

 die Geige ausgepackt und hatte uns zum Mitsingen angeleitet.

 

-Wir hatten immer die größte Freude, wenn er die Liedweise

                    „Vam Pforra seina Kouh“

 mit uns gesungen hat.

 

 

         Verdammt, mir is nix mehr eingefallen

-Ich muss ehrlich zugeben, wir sind die Strophen von damals, nicht mehr so

 richtig in Erinnerung, aber mit Hilfe von Google, konnte ich wieder einige

 Strophen aus meiner Vergessenheit ausgraben.

 

-Vom Grunde her, ist es ein Norddeutsches Volkslied, dass bestimmt unser

 damaliger Herr Pfarrer, in unsere bayerische Mundart um getextet hatte, so

 wie ich es jetzt, wie folgt auch mal versuche.

 

-Beliebt und angesehen war unser damaliger Herr Pfarrer, wenn er bei Hochzeiten

 und größeren Geburtstagen, mit seinen Gesangsstücken aufgetreten ist.

 

-Unser damaliger H. Pfarrer, des war schon ein besonderer Herr Pfarrer!

 

 

 

              „Vam Pforra seina Kouh“

 

-                  Singra mal, Singra mal, vam Pforra seina Kouh,

          Singra mal, Singra mal, vam Pforra seina Kouh,

               Kouh ah Kouh, Kouh ah Kouh, vam Pforra seina Kouh,

               Kouh ah Kouh, Kouh ah Kouh, vam Pforra seina Kouh.

 

-       Zu Oustern wor si dick und voll, dick und voll, dick und voll,

           zu Pfingstn dou liegts tout im Stoll, tout im Stoll, tout im Stoll,

                                    dem Pforra seine Kouh.

                    2x Kouh ah Kouh …….., nach jeder Strophe.

 

-           Und  wis in Stücklan gschnien gwen is, gschnien gwen is,

                                                                             gschien gwen is,                    as ganze Dorf davon gfressn hout, gfressn hout, gfressn hout,

                                    vam Pforra seina Kouh.

 

-     Und die Dorfratschn, die Annalies, die Annalies, die Annalies,

                   kriegt va dera Kouh, des Gebiss, des Gebiss,

                                   vam Pforra seina Kouh.

 

-                 Und die Neidarfner Feiahwehr, Feiahwehr, Feiahwehr,

         di kriegt ah Bichsl Woognschmier, Woognschmier, Woognschmier,

                                     vam Pforra seina Kouh.

 

-      Und die Woldkirchna Blaskapelln, Blaskapelln, Blaskapelln,

                    die kriegt ah neis Trummelfell, Trummelfell,

                                     vam Pforra seina Kouh.

 

-                   Und da alte Miersner, der is fahl, der is fahl, 

           der kriegt den Schwanz als Glocknsail, Glocknsail, Glocknsail,

                                     vam Pforra seina Kouh.

 

-       Und die alte Pforrersmutta, Pforrersmutta, Pforrersmutta,

                    die kriegt glei schnell ah Kilo Butta, Kilo Butta, 

                                      vam Pforra seina Kouh.

 

-           Die Seele, die steigt zum Himmel zu, Himmel zu, Himmel zu,

                 des wor ja eine Pforrerskuh, Pforrerskuh, Pforrerskuh,

                                   dem Pforra seine Kuh.

 

-   Das rechte Oauch, ih hobs vagessn, hobs vagessn,  hobs vagessn,

        ich glaab des hout dann zSau zammgfressn, zSau zammgfressn,

                                                                           zSau zammgfressn,

                                      vam Pforra seina Kouh.

 

-       Da Kuhlbrennaschousta  hult die Haut, hult die Haut, hult die Haut,

             und macht glei ah poor Stiefl draus, Stiefl draus, Stiefl draus,

                                     vam Pforra seina Kouh.

 

-     Woldkirch, des is va Wold umschlunga, Wold umschlunga, 

                                                                             Wold umschlunga,

     und jetzat handelns mit Ochsenzungen, Ochsenzungen, Ochsenzungen,

                                       vam Pforra seina Kouh.

 

-            Den für unseren Herrn Totengräber, Totengräber, Totengräber,

                 bleibt nix vom Groben über, Groben über, Groben über,

                                    vam Pforra seina Kouh.

 

-    Wenn die Kinder durch die Kuhweide laufen, Kuhweide laufen,

                                                                                 Kuhweide laufen,

           da tatschen sie in große Haufen, große Haufen, große Haufen,

                                      vam Pforra seina Kouh.

 

-                Doch des Lied, des is erst halb, is erst halb, is erst halb,

            in den Stall da steht noch ein Kalb, noch ein Kalb, noch ein Kalb,

                                        vam Pforra seina Kouh.

 

-          Und wer des Lied nicht weiter kann, weiter kann, weiter kann,

     der fängt zum Schluß zum Pfeifen an, zum Pfeifen an, zum Pfeifen an,

                                       vam Pforra seina Kouh.  


 

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                         St

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10.03.2018 Sterben und Beerdigung

-Sterben ist eigentlich auf der Welt ein natürliches Ereignis, dass über uns  

 Menschen, unausweichlich für uns alle, kommt.

 

-Obwohl wir dies alles wissen, können und wollen wir einfach nicht über das

 Sterben und über den Tod reden, geschweige darüber überhaupt daran

 denken.

 

-Und trotzdem, irgendwann, wenn man überhaupt nicht daran denkt, kann

 es schneller als wir meinen, ein Abschiednehmen vom Erdenleben über

 uns hereinbrechen.

 

                            Und wie war es damals

-In den Jahren um 1951, ich selber bin in diesem Jahr auf die einfachste Art

 und Weise auf einem kleinen Bauernhof auf die Welt gekommen und zur

 damaligen Zeit war eben einfach alles anders, und wie alles anders war,

 z.B. beim Sterben bis zur Beerdigung möchte ich nachfolgend in ganz

 einfacher Art schildern.

 

-Eines müssen wir in der heutigen sehr guten Zeit fast alle etwas zugeben,

 zur damaligen etwas schlechteren Zeit, waren wir alle noch etwas frommer,

 gläubiger und auch vielleicht etwas christlicher.

 

-So ist es halt im Leben, wenn es uns Menschen ein bisschen besser geht,

 dann brauchen wir als erstes nicht mehr den christlichen Glauben und

 zugleich wird die gemeinsame Mitmenschenzusammengehörigkeit

 nicht mehr benötigt.

 

           Damals gab es noch kein Leichenhaus

-Zu dieser damaligen Zeit da gab es noch kein Leichenhaus auf dem Friedhof

 in Schwanhof, dieser gehört zur Pfarrei Neukirchen St. Christoph.

 

-Zur damaligen Zeit, da war es noch ein rein katholischer Friedhof und hier

 durften keine Andersgläubige oder auch Ungläubige beerdigt werden, ebenso

 ist es all denen gegangen die sich das Leben genommen haben, diese wurden

 am Rand der Friedhofsmauer oder auch außerhalb, zutreffender gesagt, still

 und heimlich eingescharrt.

 

-Im Jahr 1953 wurde der Friedhof erweitert und zugleich ein neues Leichen-

 haus, für die Aufbahrung der Toten, wegen der geforderten Ruhezeit, gebaut.

 

            Vom Sterben bis zur Beerdigung

-Zur damaligen Zeit da starben zum größten Teil die Menschen zu Hause in

 ihrer eigenen Wohnung, das durchschnittliche Lebensalter betrug zu dieser

 Zeit etwa zwischen 50 und 70 Jahren, denn meistens waren diese während

 diesen Alters schon körperlich aufgebraucht und einfach schon zusammen-

 gearbeitet.

 

-Nicht erkannte damalige Krankheiten, oder ein nicht rechtzeitig vorhandener

 Arzt, oder wegen fehlender Geldmittel konnte damals schwerkranken

 Personen einfach nicht mehr geholfen werden und sie mussten mit

 sehr viel Schmerzen mehr als erbärmlich sterben.

 

-Konnte damals ein Sterben vorausgeahnt werden, sodann wurde der Herr

 Pfarrer gerufen, dieser spendete die letzte Heilige Ölung, später nannte

 man dies die Heilige Krankensalbung.

 

               Bei Eintritt des Todes

-Sobald der Tod eingetreten war, wurde als erstes die Uhr in diesem Zimmer

 zum Stillstand gebracht, danach wurde dann ein Fenster in diesem Raum

 geöffnet und sogleich das Vaterunser und auch das Glaubensbekenntnis

 als Sterbegebet gebetet, zugleich wurde eine Sterbekerze, meist die Tauf-

 oder Kommunionkerze angezündet.

 

                  Nach dem Tod

-Sogleich wurden dann die beiden Augen und der Mund zugedrückt und alle

 Anwesenden im Sterbezimmer zeichneten mit der Hand ein Kreuzzeichen auf

 die Stirn, diese Handlung wurde vielmehr aus Respekt vor dem Toten und als

 würdevoller Abgang durchgeführt.

 

          Leichenschau, Totenbescheinigung

-Auch damals schon wurde von einem herbeigerufenen Arzt eine ärztliche

 Leichenschau durchgeführt, dieser stellte die Todesbescheinigung aus.

 

-Damals mussten die Behördengänge noch selber verrichtet werden, wie etwa

 Besorgung des Totenscheines, Abmeldung bei der Gemeinde, und die

 komplette Inauftragvergabe des gesamten Trauerfalles.

 

             Herrichten des Verstorbenen

-Zur damaligen Zeit kam dann der Totengräber und hat die Verstorbenen,

 meistens mit einer verwandten häuslichen Person, gewaschen, rasiert und

 auch frisiert.

 

-Vorhandener Schmuck und auch der Ehering wurde abgenommen und der 

 zurückgebliebenen Eheperson übergeben.

 

-Der Verstorbener oder dem Verstorbenen wurde dann das beste Kleidungs-

 stück, ob Kleid, ein Anzug, oder auch das Hochzeitsgewand, wenn keines

 mehr vorhanden, dann das beste Sonntagsgewand, auch meistens das

 was sich dieser vorher schon mal gewünscht hat, angezogen. Schuhe

 wurden nicht angezogen, nur Socken.

 

-Den verstorbenen Personen wurden dann die beiden Hände zusammen-

 gefaltet, ein Sterberosenkranz wurde um die Hände gewickelt und

 dazwischen wurde das Sterbekreuzchen eingesteckt.

 

  

 

  

                               Der Leichenlader

-Damals konnte sich bei uns auf dem Lande nicht jeder eine Zeitung leisten,

 deswegen hatten die Hinterbliebenen des Verstorbenen einen allseits schon

 bekannten Leichnloder, dieser kam meistens aus ärmlichen Verhältnissen,

 zum „Leich eilodn“ beauftragt.

 

-Dieser „Leicheiloda“ oder auch „Leichnloda“ genannt, ging zu all jenen

 Haushalten, sowie dieser vom Auftraggeber eingewiesen wurde, und

 hat die Leich ahgsagt und dies wie folgt:

                       „Da Dingsdabaua oder Baiere is gstarm –

                                eigrom doummas iwamang –

                            uma neine gengas vam Haus weg –

                             ich bitt eng Leit – gäits af dLeich“

 

-Der Leicheneinlader war von Haus auf minderbemittelt und hatte meistens

 im Armenhaus gewohnt, dieser wurde vom Auftraggeber dementsprechend

 belohnt, bzw. von den besuchten Haushalten hat dieser „oin oder ah zwor

 Pfennich“ erhalten.

 

                  Die Aufbahrung

-Vor und um Neunzehnhundert wurden die Toten noch auf einem Totenbrett

 im Sterbezimmer aufgebahrt, hier konnten die Hinterbliebenen diese

 nochmals anschauen und sich auch ihnen mit dem Weihwassergeben

 verabschieden.

 

-Zu früheren Zeiten konnten sich Minderbemittelte jedoch keinen Sarg leisten,

 diese Verstorbenen wurden sodann mit dem Totenbrett beerdigt.

 

-Um 1930 wurden dann schon die Särge auf begrenztem Vorrat gefertigt,  

 sodann wurde der Verstorbene sogleich in einem Sarg im Sterbezimmer

 aufgebahrt.

 

           Totenwache, Aussegnung, Totenrosenkranz

-Je nachdem war es ein Mann oder eine Frau, so hatten meistens geschlechts-

 bezogene Personen, von der Aufbahrung bis zur Beisetzung, eine fortlaufende

 Totenwache abgehalten.

 

-Grundsätzlich wurde hier in bestimmten Abständen der Totenrosenkranz

 gebetet.

 

-Den Totenwachern wurde dann eine Brotzeit und auch Getränke wie auch

 Bier gereicht, es wurde sich dann auch irgendwie sonst wie unterhalten,

 des Öfteren hatte sich dann so eine Totenwache in eine mehr als ein

 geselliges Abschied nehmen verwandelt, dies wurde aber von der

 Kirchenbehörde, aus verständlichen Gründen, nicht so recht

 gern gesehen.

 

           Aussegnung beim Leichenhaus, Überführung

-Nachdem im Jahre 1953 ein Leichenhaus vorhanden war, fand dann die Aus-

 segnung im Leichenhaus statt.

 

-Der Verstorbene wurde dann damals schon mit dem Totenauto zum Kirchplatz

 nach Neukirchen zu St. Chr. gefahren, hier versammelten sich alle Teilnehmer

 an der Überführung zum Leichenhaus, der Leichenwagen voraus, gefolgt vom

 Pfarrer mit seinen Ministranten und der nahen Verwandtschaft.

 

-Ab der Aussegnung war damals der Sarg geöffnet und es konnte der oder die

 Verstorbene bis zum Beerdigungstermin, zu den Tageszeiten, besichtigt und

 mit Weihwassergabe besprengt werden.

 

                  Totenrosenkranz

-Nach der Überführung und der Aussegnung fand grundsätzlich in der

 Pfarrkirche der erste Totenrosenkranz statt.

 

-Bis zur Beerdigung fanden alltäglich nach Wunsch weitere Totenrosenkränze,

 entweder in der Pfarrkirche oder auch bei den Nebenkirchen oder in den

 Ortskapellen, statt.

 

            Aussegnung, Leichenzug zur Pfarrkirche

-Wie schon vom Leichenlader angekündigt ging der Leichenzug vom Haus

 weg.

 

-Der Leichnam wurde vom Pfarrer letztlich nochmals in seinem Haus

 ausgesegnet, dieser wurde dann auf dem Totenbrett oder wie dann

 etwas später schon erfolgt, in einem Sarg zur Kirche getragen, oder

 wenn die Entfernung zu weit war, mit einen  Steierwaglfuhrwerk

 dorthin gefahren.

 

-Den Leichenzug führten Ministranten mit dem Totenkreuz, der Totenfahne

 oder auch mit der Bruderschaftsfahne voraus an, es folgten alle Vereine,

 allen voraus je nach Erfordernis eine Trauerzug-Musikkapelle, die meistens 

 von der Feuerwehr oder vom Kriegerverein bestellt wurde, dann die Leichen-

 träger oder das Fuhrwerk mit dem Leichnam, dann der Pfarrer mit seinen

 Ministranten, gefolgt von der engeren und nahen und auch der weiteren

 Verwandtschaft, nun folgten nach damaliger sehr strengen Ordnung alle

 Männer und zuletzt bildeten alle Frauen den Abschluss des Leichenzuges.

 

               Beerdigungsgottesdienst

-Der Leichnam wurde vor dem Altar, mit dem Kopf zum Priester und mit

 den Füssen zur Gemeinde gewandt, aufgebahrt.

 

-Der Pfarrer hielt während des Gottesdienstes eine persönliche Sterberede,

 in der er den Verstorbenen sehr heraushebend gewürdigt hatte.

 

-Größtenteils umrahmte die Kirchenorgel den Volksgesang, in besonderen

 Fällen spielte die Blasmusik einige Choräle anlässlich zum Trauergottesdienst.

 

-Der Opfergang erfolgte vorbei am Sarg des Verstorbenen, an den drei

 Opferstellen, hinter den Hochaltar rum, vorbei bei der Verwandtschaft,

 um einfach auch gesehenzu werden, zum Ausgangspunkt zurück.

              Opfern und Sterbebilder

-An den Opferstellen wurde dreifach gesammelt, erstmals für die Kirche,

 dann für den Mesner und zuletzt für die Ministranten, zugleich wurden

 hierbei die Sterbebilder ausgegeben, soweit welche von der Trauerfamilie

 in Auftrag gegeben wurden.

 -Zeitzeugen wussten zu berichten, ab und zu wurden auch in die abge-

 stellten Opferkörbeln kleine Knöpfe abgelegt, um einer Opferung optisch 

 vorzutäuschen.

 

-Sterbebilder in unserer Gegend wurden erstmals größtenteils anlässlich der

 gefallenen Soldaten während des ersten Weltkrieges um 1916 ausgegeben,

 damals schon aufgedruckt mit dem Soldatenbild in schwarz/weiß.

 

-Ebenfalls während dieser Zeit bis zum zweiten Weltkrieg hatten sich nur

 Geschäftstreibende und etwas größere Bauern ein Sterbebildzeichen,

 auch schon mit Bild, leisten können.

 

-Während des zweiten Weltkrieges wurde allen gefallen Soldaten mit einem

 Sterbebild ein ehrendes Bildandenken bewahrt.

 

-Nach dem Krieg, während dieser etwas schlechteren Zeit, gab es grund-

 sätzlich nur Sterbebilder mit einem Bild eines Heiligen in Kleinformat,

 ab 1990 dann schön langsam mit Passbild, aber dies natürlich noch in

 schwarz/weiß, ab 1995 im größerem Faltformat mit Personenbild und

 etwa nach 2000 das größere Faltformat mit Passbild in Farbe.

 

   Trauergottesdienst, Heldengrab eines gefallenen Soldaten

-Der Trauergottesdienst der gefallenen Soldaten musste eigentlich etwas

 anders ablaufen, weil die verstorbenen Soldaten draußen im Schlachtfeld

 gefallen waren, aber diese nicht in die Heimat rückgeführt werden konnten.

 

-Deswegen wurde vor dem Altar, an der Stelle wo der Sarg der Verstorbenen

 aufgebahrt war, ein Holzgestell aufgebaut, dies eines aufgebahrten Sarges

 ähnlich aussah und hierüber wurde dann die Todendecke gestülpt, sowie

 bei den Verstorbenen über den Sarg.

 

-Vor diesem sogenannten Scheingebilde wurden Abschieds- und Andenken-

 kränze abgestellt, dies dann einem ehrenden Andenken gleichsehen sollte.

  

 

   

                       Und was war mit den vermissten Soldaten

-Sage und schreibe, 196 Soldaten sind vom 2. Weltkrieg nicht mehr nach

 Hause gekommen, davon sind 50 Soldaten vermisst, von diesen Kameraden

 hat man überhaupt nichts mehr gehört.

 

-Welch ein Schmerz muss dies damals für die Angehörigen gewesen sein, von

 seinem Vater oder von seinen Söhnen nichts oder auch gar nichts mehr gehört

 zu haben.

 

-Viele lauerten ja Jahre und auch Jahrzehnte und hofften, dass ihre Ange-

 hörigen doch noch vielleicht aus einer Gefangenschaft heimkehren würden.

 

Leitsatz aus der Vergangenheit:      Nie wieder Krieg!

 

-Doch vergeblichst war das Warten auf eine Heimkehr, viele mussten dann in

 persönlicher und stiller Trauer nach Jahren und auch nach Jahrzehnten ihre

 sogenannten deutschen Kriegsopfer für Tod erklären lassen, nur dass sie eine

 andere finanzielle Unterstützung erhielten, oder sich sonst wie ein neues

 Leben aufbauen konnten.

 

-Oft hört man, „Wir gedenken all derer, an die niemand mehr denkt!“

 

-Genau unter diese Rubrik fallen unsere vorgenannten gefallen und vermissten

 Kriegsopfer aus unserem Raum der jetzigen Großgemeinde Georgenberg.

 

-Einer Anmerkung kann ich mich nicht verwehren, diese sagt aus wie folgt:

 

          Lassen wir uns doch nicht wiederum vor den Karren spannen!

 

                                 Bestattungszeitraum

-Der oder die Verstorbene darf frühestens 48 Stunden (2 Tage) und

 spätestens 96 Stunden (4 Tage) nach Eintritt des Todes bestattet

 werden oder worden sein.

 

              Leichenzug zum Friedhof

-Nach dem Sterbegottesdienst wurde nochmals draußen vor der Pfarrkirche in

 Richtung Friedhof Aufstellung, in der ähnlichen Leichenzugzusammenstellung

 wie vom Sterbehaus weg, genommen.

 

-Die Musikkapelle umrahmte den Trauermarsch zum Friedhof und dazwischen

 wurde vom Pfarrer vor- und von allen Trauerbeteiligten nachgebetet.

 

-Beim Abmarsch des Leichenzuges läutete die Sterbeglocke den Verstorbenen

 hinweg zum Friedhof.

 

-Bei Frauen spielte keine Blasmusik, dafür wurde dann vom Trauerzug einige

 Gesetzchen vom Rosenkranz gebetet.

 

                 Am offenen Grab

-Die vier oder auch sechs Leichen- oder auch Sargträger stellten auf zwei

 Rundhölzern den Sarg über dem offenen Grab ab.

 

-Die Leichenträger wurden größtenteils federführend und auch kostenlos vom

 Kriegerverein oder von der Feuerwehr gestellt, war der Verstorbene von

 keinem Verein, oder bei Frauen, mussten vom Trauerhaus diese bestellt

 und auch extra bezahlt werden.

 

-Von Seiten des damaligen Christentums wurde jahrhundertelang die

 Feuerbestattung abgelehnt.

 

                Gebet am offenen Grab

-Allmächtiger Gott, durch deinen Sohn Jesus Christus ist das Grab zum

 Zeichen der Hoffnung geworden. Wir dürfen glauben, dass nach diesem

 Leben ein neues Leben in deiner Herrlichkeit folgt. Verbunden mit dieser

 Hoffnung legen wir diesen Menschen, der von uns gegangen ist, in

 deine Erde.

 

-Voll Trauer stehen wir an diesem Grab. Das Grab ist für uns Ausdruck der

 Vergänglichkeit irdischen Lebens. Doch durch Jesus Christus ist es auch

 zum Zeichen der Hoffnung geworden. So verbinden sich nun der Schmerz

 des Abschieds mit der Hoffnung auf eine ewige Heimat, die Gott unserer

 lieben Verstorbenen schenkt.

 

                    Grablegung

-Nach den Grabgebeten am offenen Grab wurde der Sarg mit zwei oder

 auch drei Hanfseilen, von den Sargträgern unter Anleitung des Totengräbers,

 ins Grab gelassen.

 

-Jesus Christus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich

 glaubt, der wird leben und wenn er auch stirbt. Wer lebt und an mich glaubt,

 der hat das ewige Leben. (Johannes 11,25)

 

-oder diese Bibelstelle: Der allmächtige Gott, der dich geschaffen hat, ruft

 dir zu: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich rufe dich bei

 deinem Namen: Du bist mein.

 

-Die Fahnenabordnungen senkten in Richtung des offenen Grabes in

 Trauerstellung ihre Fahnen.

 

                 Weihwasser und Weihrauch

-Der Geistliche (Priester / Pfarrer / Diakon) besprengte den Sarg mit ge-

 weihtem Wasser und erklärte diese Zeichenhandlung indem er spricht:

-Durch die Taufe im Wasser hat Gott einen heiligen Bund mit dir geschlossen.

 Er setze nun fort, was er in der Taufe begonnen hat.

 

-Ebenso beräucherte der Priester mit Weihrauch das offene Grab.

 

                                           Erdwurf

-Der Geistliche warf mit einer kleinen Schaufel dreimal Erde auf den Sarg

 und spricht dazu:

 

-Aus Staub wurdest Du und zu Staub kehrst du wieder zurück, von Erde

 bist du genommen. Zu Erde wirst du wieder werden. Gott selbst wird

 dich auferwecken am Jüngsten Tag.

 -„Erde zu Erde, Asche zu Asche und Staub zu Staub“

 

-Der dreimalige Erdwurf verweist dabei auf die Dreieinigkeit (die Einheit der

 drei Personen des göttlichen Wesens: Gott, Jesus Christus und dem

 Heiligen Geist) und auf die Auferstehung.

 

                   Kreuzzeichen

-Der Pfarrer lässt sich nun das Kreuz (Vortragekreuz) reichen, dass dem

 Sarg auf dem Weg zum Grab vorangetragen wurde. Er macht damit ein

 Kreuzzeichen über dem offenen Grab und spricht:

 

-Das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus, das Symbol der Hoffnung, Zeichen,

 dass das Leben stärker ist als der Tod, sei aufgerichtet über dir.

 

-Oder: Auferstehung und Heil ist uns gegeben durch das Leben, das

 Sterben und die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus.

 So nimm das Zeichen des Kreuzes. Friede sei mit dir.

 

      Gemeinsames Sprechen des Glaubensbekenntnisses

-Nun sprachen alle gemeinsam das Glaubensbekenntnis.

 

-Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels

 und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern

 Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau

 Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,

 hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von

 den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur rechten Gottes, des

 allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die

 Lebenden und die Toten.

 

-Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft

 der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige

 Leben. Amen.

 

         Fürbitten, Gebet für Verstorbene und Lebende

-Der Geistliche bittet für alle Verstorbenen, dass sie Gnade bei Gott finden /

 für die Trauernden an diesem Grab, dass sie getröstet werden / für die

 Lebenden, dass sie klug werden.

-Die Trauergäste bekräftigen jede Bitte mit „Wir bitten dich, erhöre uns“.

 

-Gebetet wird auch für all derer, die oder der als erstes dem verstorbenen

 vor Gottes Anlitz schauen wird.

 

                    Vaterunser und Gegrüßet seist du Maria

-Das Vaterunser wird von der gesamten Trauergemeinde gemeinsam ge-

 sprochen: Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, Dein Reich

 komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser täglich

 Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben  

 unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse

 uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die

 Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

-"Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist

 gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines

 Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder

 jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen"

 

         Abschlussgebet des Priesters, Schlusssegen

-Herr, gib ihm/ihr die ewige Ruhe. Und das ewige Licht leuchte ihm/ihr.

 Herr, lasse ihn/sie ruhen in Frieden.

 

-Mit dem Schlusssegen des Zelebranten erfolgte der Abschluss des

 katholischen Beerdigungsgeschehens.

 

                Weihwassergabe, Letztmals

-Als erster gab der Priester das letzte Mal dem Verstorbenen das Weihwasser

 und verabschiedete sich beim Grab.

 

               Vereine nahmen Abschied

-Alle Vereine nahmen Abschied am offenen Grab, der Vorsitzende jeder

 Gemeinschaft sprach ehrende und lobende Worte anlässlich dieser

 Beisetzungsfeier.

 

-Je nach Bestellung hatte der Kirchenchor oder auch der Gesangverein ein

 Gesangsstück zum Abschied gesungen.

 

-Federführend, entweder der Kriegerverein oder die Feuerwehr sprachen die

 Schlussehrenworte, der amtshabende Vorsitzende oder der Kommandant

 forderte alle Vereine mit ihren Fahnenträgern zum Ehrengruß wie folgt auf:

 

        „Vereine stillgestanden, habt acht! – senkt die Fahnen“

-sodann spielte die Musikkapelle,

      „Ich hat einen Kameraden, einen bessern findst du nicht“!

 

-Nun hieß es „Rührt Euch“, sodann gaben zuerst alle Vereine das letzte

 Weihwasser den Verstorbenen am offenen Grab, die Fahnenträger verneigten

 sich mit ihren Fahnen vorm Grab und alle gingen bei der direkt beteiligten

 Verwandtschaft vorbei und wünschten Ihnen damals auch das Beileid.

 

 

                    Musikalischer Abmarsch vom Friedhof weg

-Vorgenannte federführende Vereine verließen mit der von ihnen bestellten

 Musikkapelle den Friedhof und stellten sich nach etwa hundert Metern

 zum Abmarsch auf.

 

-In diesem Falle war es z. B. die Feuerwehr Neudorf, diese marschierte dann

 flott weg zum damaligen Vereinslokal zum Zacherl nach Neudorf.

 

-Nach den Vereinen gaben Teilnehmer der Beisetzungsfeier dem Verstorbenen

 das letzte Weihwasser, damals war es noch Sitte und auch Brauch, dass ein

 Jeder dem nähesten Angehörigen das Beileid gewunschen hat.

 

             Das Leichenmahl - Verwandtschaft

-Zu der damaligen Zeit kamen zum größten Teil die vom Leichenlader

 geladenen Beerdigungsbesucher zu Fuß, ein Fußmarsch konnte bis

 zu zwei oder drei Stunden dauern, deshalb war es auch hier wieder

 Sitte und Brauch, all diese wurden  zum Leichenmal oder auch zum

 Leichenschmaus eingeladen.

 

-Zu deren häuslichen Familie waren geladen alle Tanten und Onkel,

 soweit sie noch am Leben waren, sowie alle Geschwisterkinder,

 alle Freunde, die Nachbarschaft, ganz besonders der Herr Pfarrer,

 der Mesner, der Orgelspieler und auch die Ministranten und

 auch die Leichenträger.

 

-Die Beerdigungen waren damals vormittags, sodann gab es zum Leichen-

 mahl ein anständiges Mittagessen, danach wurde noch verwandtschaftlich

 geplaudert, zum Abschluss gab es dann noch Kaffee und Kuchen, dann

 aber musste die hergereiste Verwandtschaft schon wieder den Rückmarsch

 antreten, dass diese wieder zum Füttern wieder zu Hause waren.

 

-Dabei wurde viel über den Toten gesprochen und so manch kleine Anekdote sorgte

 auch für kurzzeitig lachende Gesichter in der Runde. Dieses gemein-

 same Treffen half, und hilft auch heute noch, dabei den Tod zu ver-

 arbeiten und die Hinterbliebenen erhielten so Trost von Freunden

 und von den Verwandten.

 -Das anschließende gemeinsame Treffen diente auch Allem der Stärkung

 des Zusammengehörigkeitsgefühls sowie einer tieferen Verankerung

 in der Gemeinschaft.

 

 Es wurde sich an den Toten erinnert mit denen man möglichst eine gute

 gemeinsame gute Zeit verbracht hatte.

 

           Das Leichenmahl – Vereine und Dorfschaft

-Bei einer sehr großen Beerdigung konnte es schon vorkommen, dass das

 Leichenmahl in zwei Wirtshäuser abgehalten werden musste, weil eben die 

 Aufnahmefähigkeit nicht vorhanden war.

 

-Die teilnehmenden Vereine mit ihren Mitgliedern, wenn es auch eine

 Beerdigung war, diese fühlten sich sehr wohl und sagten sich, so gut

 und so viel habe ich schon lange nicht mehr gegessen und auch getrunken.

 

-Auf das gute fette Essen bekam man meistens durscht und sodann wurde

 halt ein Seidl Bier nach dem anderem getrunken, weil es ja heute nichts

 kostete.

 

-Und weil die Musikkapelle zum Leichenmahl auch mit geladen wurde,

 sodann dauerte es nicht lange, dass zum Andenken des Verstorbenen

 sein Lieblingsstück gespielt wurde.

 

-All dies ging halt dann so weiter, und ihr könnt euch selber denken, wie

 oftmals so ein Leichentrunk sein Ende gefunden hatte.

 

                    Speiseplan

-Mit dem Leichenmahl, da wollte sich eigentlich keiner so lumpen lassen,

 in diesem Falle gab es zur Mittagszeit zuerst eine Suppe, dann ein an-

 ständiges hineingestelltes Essen und nachher eine Nachspeise.

 

                  Grab zumachen

-Erst wenn alle den Friedhof verlassen hatten, sodann kam der Totengräber

 entfernte behelfsmäßig alle Andenkenkränze, dann schaufelte er das offene

 Grab mit Erdboden zu, und legte die vorgenannten Kränze auf dem Grabhügel

 ordnungsgemäß ab.

 

                Begräbnisgrab, Ruhezeit

-Von Seiten des damaligen Christentums wurde jahrhundertelang die

 Feuerbestattung abgelehnt.

 

-Das damalige zugemachte Grab durfte mit ihrem Erdhügel und mit deren

 bedeckten Kränzen erst nach 6 Wochen Ruhezeit abgeräumt werden.

 

-Hatte sich das frisch aufgefüllte Grab erst so richtig abgesetzt, sodann

 wurde damals die Grabeinfassung wieder montiert und zur damaligen

 Zeit größtenteils ein Holzkreuz wieder aufgestellt, dieser Zeitraum

 bewegte sich zwischen einem und zwei Jahren.

 -In den Jahren um 1950 gab es, nach meiner geschätzten Erinnerung,

 etwa 80 Prozent Holzkreuze und der Rest waren Naturstein-Grabmäler,

 also Granitgrabsteine mit einer Granitsteineinfassung, für nur welche

 die es sich auch finanziell leisten konnten.

 

-Zur damaligen Zeit war der Friedhof fast genau um die Hälfte kleiner, in

 der nördlichen Friedhofsecke stand ein Holzhäusl, genannt das Gebeine-

 haus, oder mundartlich geredet: „Des Boaahhäisl“.

 

               Verwandtschafliche Trauerzeit

-Eine strenge Sitte und Brauch war damals die einzuhaltende Trauerzeit,

 diese hatte gegolten: Beim Ehepartner- Eltern- und auch Kindestod

 wurde 1 Jahr, bei Geschwistern ein halbes Jahr und bei entfernten

 Verwandten, wie Tante, Onkel und auch Geschwisterkindern

 von 4 Wochen getrauert.

 

-In besonderen Fällen, wenn sehr viele kleine Kinder von dem zurückge-

 bliebenen Partner zu versorgen waren, sodann wurde eine Abschwächung

 der Trauerzeit von der allgemeinen Bevölkerung verständlicherweise

 akzeptiert.

 

                   Trauergewand

-Zur damaligen Zeit wurde von der Bevölkerung draufgeschaut, dass die

 Trauerzeit und auch die Farbe des Trauergewandes sehr genau einge-

 halten wurde.

 

-Beim Sonntagsgewand, bzw. beim Ausgangsgewand war die Trauerfarbe

 schwarz.

 

             Bestattungskultur zur heutigen Zeit

-Alles was ich vorgenannt aufgezählt habe, all dieses Handeln rund um das

 Sterben und der Beerdigung hat sich in den Jahren vor 1950 zugetragen.

 

-Nachgenannt möchte ich aber auch die derzeitige aktuelle Bestattungskultur

 beleuchten, will aber nur dies ansprechen, was sich erheblich vom damaligen

 Geschehen zum Heutigen geändert hat.

 

                   Leichenhaus

-Ein neues Leichenhaus wurde erstmals im Jahr 1953 erbaut und im Jahr 1989

 wurde es bis auf das Kellergeschoß abgerissen und wieder neu aufgebaut,

 hierbei erhielt dieser Neubau ein Dachreiter-Glockengeläut.

 

            Vom Sterben bis zur Beerdigung

-Im Gegensatz zu früheren Zeiten sterben heutzutage all unsere Mitmenschen

 nicht mehr zu Hause, sondern jetzt größtenteils im Krankenhaus, in Pflege-

 heimen oder auch wegen Verkehrsunfällen auf der Straße.

 

              Pflegezeit hat sich verlängert

-Eine durchschnittliche Lebenserwartung beträgt zur heutigen Zeit, geschätzt

 derzeit um die 60 bis 85 Jahre, was hierdurch die Pflegezeit erheblich erhöht.

 

-Zu betrachten ist hierbei auch, dass sich die arbeitnehmende Bevölkerung

 durch die Mechanisierung der Arbeitsgänge nicht mehr so körperlich belastet

 ist wie zu den früheren Zeiten.

 

        Ärztliche Versorgung hat sich mehr als verbessert

-Dank der derzeitigen ärztlichen Kunst hat sich die ärztliche Versorgung

 erheblich verbessert, aber trotzdem ist gegen manche sehr hartnäckige

 Krankheit auch bis heute noch kein Kraut gewachsen.

 

-Die heutige Medizin gibt die Möglichkeit, einem sehr mit Schmerzen be-

 hafteten Kranken, ein schmerzfreies Sterben zu ermöglichen.

  

             Krankensalbung im Krankenhaus

-Auf Wunsch kann der sterbende Patient von einem zuständigen Priester im

 Krankenhaus die heilige Krankensalbung empfangen.

 

-Vor Ort und zu Hause gibt es diese heilige sakramentale Handlung nur

 mehr in ganz seltensten Fällen.

               Sterben heute, wo und wie

-Wie schon vorgenannt erwähnt, sterben heutzutage sehr viele in Kranken-

 häusern und in sonstigen Pflegeinrichtungen, wir als Angehörige bekommen

 vom Sterben eigentlich dadurch sehr wenig mit und wollen, wenn man es

 auch mehr als ehrlich sagt, eigentlich nichts mitbekommen, anscheinend

 haben wir doch alle sehr viel  Angst vom Sterben.

 

-Wenn es irgendwann soweit ist, dann kommen, in auch sehr seltensten

 Fällen, diese Tod- und auch Schwerstkranken in ein Sterbezimmer, besser

 gesagt in ein Abstellkammerl und müssen, Gott sei Dank nur in sehr geringen

 Fällen, hier Abschied nehmen vom irdischen Erdenleben.

 

                  Eintritt des Todes

-In den meisten Fällen versterben die Todkranken während der Nachtzeit,

 sodann bekommen die Angehörigen eine morgendliche telefonische

 Todesnachricht.

 

-Der sogenannte Totenschein oder die Todesbescheinigung wird vom Kranken-

 haus- oder Pflegeheimarzt ausgestellt, die Angehörigen haben eigentlich nur

 ein Bestattungsunternehmen zu beauftragen und von nun kann und wird

 dann alles von dieser Stelle organisiert.

 

               Bestattungsunternehmen

-Die sehr nahen Angehörigen treffen sich beim Bestattungsunternehmen

 und legen dann gemeinsam fest wie folgt, z. B.: Ausführung der notwendigen

 amtlichen Sterbemeldevorgänge, Sarg- oder Urnenbestattung, Sarg- oder

 Urnenauswahl, Bekanntgabe der Todesnachricht in der Tageszeitung,

 Bestattungszeit nach vorheriger Absprache mit dem Pfarramt, Gestaltung

 und Blumenschmuck der Aufbahrung, Gestaltung der Trauerfeierlichkeit,

 wie Orgel, Gesang und Musik, Gestaltung und Druck von Sterbebildern,

 sowie den allgemeinen Ablauf des Beerdigungsablaufes.

 

-All diese vorgenannten Vorgänge erledigen derzeit größtenteils die bestellten

 Bestattungsunternehmen, nur in besonderen Fällen wird dies von der engeren

 Trauerfamilie selbst geregelt.

 

             Trauergespräch mit dem Priester

-Der Priester bespricht gemeinsam mit den Angehörigen des Verstorbenen

 über deren Werdegang, der allgemeinen Lebensweise und über alle sein

 gutes und positives Wirken innerhalb der Ortsgemeinschaft.

 

         Vom Sterben und vom Tod keine Ahnung mehr

-Weil eben vom Sterben und vom Tod keiner mehr etwas sehen oder auch

 hören will, somit können wir uns gar nicht mehr vorstellen wie ein Sterben

 vor sich geht, doch sehr viele sagen:

                  „Sterben würde einfach zum Leben dazugehören“.

-Extrem ausgesprochen, kann es derzeit so sein, dass ein naher Angehöriger

 im Krankenhaus stirbt, dieser wird vom Bestattungsunternehmen abgeholt,

 für eine Beerdigungsart vorbereitet, zur Verbrennung, oder ins Leichenhaus, i

 m abgedeckten Sargzustand gefahren, am Bestattungstag beerdigt, sodann

 kann es im besonderem Falle vorkommen, dass auch die nahen Sterbean-

 gehörigen den Verstorben nicht mehr anschauen konnten und auch nicht

 mehr wollten.

 

                   Bestattungsart

-Derzeit ist es schätzungsweise neuerdings so, dass etwa 60 bis 70 Prozent

 Erdbestattung und derzeit noch der geringere Rest an Urnenbestattung erfolgt.

 

-Wenn die Zeit so weiter geht dann wird etwa in 10 Jahren die Urnenbestattung

 auf 50 Prozent zunehmen, und auf die längere Sicht wird die Erdbestattung

 die Minderheit oder dann auch der Ausnahmefall werden.

 

                  Urnenbestattung

-Die Urnenbestattung hat derzeitige finanzielle Vorteile wie: Einfachste

 Sargausstattung, Kosteneinsparung von Grabsteinrückbau und Grab-

 arbeiten für die Sargbestattung und auch hygienische Vorteile.

 

-Wenn auch bei der Urnenbestattung die Verbrennungskosten erheblich

 zu Buche schlagen, unterm Strich ist neuerdings eine Urnenbestattung

 auf längere Sicht doch am wirtschaftlichsten.

 

-Ein gewisser Anteil der noch hiesigen älteren Personen ziehen halt aus

 althergeführten Beerdigungsgebräuchen die Erdbestattung der Urnen-

 bestattung noch vor.

 -Seit ungefähr dem Jahr 2000 wurden erstmals Urnenbestattungen auch

 bei uns durchgeführt, diese wurden zusätzlich dem Erdbestattungsgrab

 beigegeben.

 -Im Jahre 2014 hat die Friedhofsverwaltung eine Urnenwand mit 20

  Urnenkammern erstellen lassen.

 

                 Friedhof ist für Alle da

-Die Zuständigkeit und die Verwaltung eines Friedhofes soll, von staatlicher

 Seite empfohlen, eigentlich in den Händen der Kommune liegen, jedoch

 betreibt bei uns das Katholische Pfarramt schon seit althergebrachter

 Zeit den Friedhof.

 

-Seit einer staatlichen Bestattungsverpflichtung aller Bürger einer Gemeinde

 in einem Friedhof im Gemeindebereich, hat sich die Kirchengemeinde

 verpflichtet, dass alle Bürger, ganz gleich welcher Religion oder auch

 keiner, ein Anrecht auf einen Grabplatz haben.

 -Jedoch die Gemeinde fühlt sich mit finanziellen Bezuschussungen immer

 mit in Verantwortung, wenn es um Investitionen oder deren Unterhaltung

 unseres Friedhofs geht.

 

-Vorausschauend könnte man in Zukunft annehmen, irgendwann könnte

 und wird die Pfarrgemeinde den Friedhof aus finanziellen und wirtschaft-

 lichen Gründen an die Gemeinde abstoßen.

 

                 Das gibt es nicht mehr

-Der damalige Leichenlader ist schon seit etwa 1950 arbeitslos, dafür gibt es

 die Sterbeanzeigen in der Tageszeitung, hat doch zur Zeit jeder ein Telefon

 für die Benachrichtigung der Verwandtschaft und neuerdings gibt es schon

 die neueste Sterbenachrichtenübermittlung mittels Internet und dem Handy.

 

-Seit etwa 1980 ist der Sarg für die Öffentlichkeit während der Aufbahrung

 im Leichenhaus nicht mehr geöffnet.

 

-Eine Totenwache und eine Überführung zur Beerdigung, wie in früheren

 Zeiten, gibt es seit dem Neubau des Leichenhauses nicht mehr.

 

-Den Opfergang, hinter dem Hauptaltar vorbei, mit den drei Sammlungen

 gibt es seit etwa 1960 auch nicht mehr, dafür gibt es nur mehr eine Sammlung

 und dies für die Kirche mittels eines Sammelkörbchens, aus diesem Körbchen

 kann ein jeder das beiliegende Sterbebild selbst entnehmen und gibt es an

 dem Nächsten selbstständig weiter.

 

           Beerdigungen, zeitbedingte Veränderungen

-Grundsätzlich finden die Beerdigungen an den Wochenarbeitstagen

 nachmittags um 15 Uhr, jedoch am Samstag bereits schon vormittags

 um 10 Uhr statt.

 -An Sonn- und an Feiertagen finden keine Bestattungen statt.

 

-In ganz besonderen Fällen kann es sein, dass die Bestattung im engsten

 Kreise vor dem Trauergottesdienst am Friedhof sattfindet.

 

-Durch die vermehrte Form der Urnenbestattung kann und wird auch der

 Bestattungstermin nun größtenteils an den Samstagen festgelegt.

 -Wie auch zu früheren Zeiten wird dem Verstorbenen vor dem Trauer-

 Gottesdienst nochmal, wie man so sagt, das Weihwasser gegeben.

 Diese Handlung nimmt aber auch immer mehr ab.

                Kondolenzbuch liegt auf

-Neuerdings liegt in besonderen Fällen ein Kondolenzbuch auf, hier kann

 man seine Anteilnahme schriftlich bekunden.

 

-Die Teilnahme an den Beerdigungen nimmt auch immer mehr ab, weil es

 arbeitsbedingt zur heutigen Zeit nicht mehr jedem Berufstätigen möglich ist,

 der Arbeit fern zu bleiben.

 

-Auch der Kirchenbesuch wird immer weniger, wie auch schon zu früheren

 Zeiten, schließen sich sehr viele erst nach dem Gottesdienst dem Leichen-

 zug zum Friedhof an.

 

                  Orgel mit Gesang

-Der Kirchengemeinschaftsgesang mit Orgelbegleitung nimmt auch immer

 mehr ab, denn sehr viele lassen einen Gesangschor, eine Musikkapelle

 oder einen Soloblässer oder auch -sänger den Trauergottesdienst

 ehrenvoll gestalten.

 -Die Grabesreden finden neuerdings, Vorwegs bei schlechter Witterung,

 bereits beim Schluss des Gottesdienstes in der Kirche statt.

 

          Aktueller derzeitiger Trauerzug zum Friedhof

-Die Aufstellung für den Trauerzug zum Friedhof beginnt auf der Höhe des

 alten Schulhauses auf der Gemeindestraße.

 

-Grundsätzlich angeführt von einem Ministranten mit dem Sterbekreuz,

 daneben ein freiwilliger Träger mit der Totenfahne, bzw. je nach Mitglied-

 schaft des Verstorbenen, die Bruderschaftsfahne, gleich dahinter die

 Musikkapelle, soweit diese bestellt wurde, im besonderem Falle auch

 bei Frauen, sodann alle Abordnungen der Vereine, dann der Priester

 mit seinen Ministranten, sodann der oder die Hinterbliebene, anschließend

 die engere und auch weitere Verwandtschaft, sodann die Männer, die sich

 am Vorplatz beim Anwesen abgestellt hat, zum Schluss folgen dann die

 Frauen.

 

-In letzter Zeit wurde diese Marschordnung nicht mehr so eingehalten,

 dann gehen immer mehr Männlein und Weiblein gemischt.

 

                  Trauerzug mit Musik

-Je nachdem ob eine Musikkapelle den Trauerzug anführt, wenn nicht dann

 wird ganz einfach ein Teil vom Rosenkranz gebetet.

 -Beim Abmarsch läutet die Sterbeglocke der Pfarrkirche, bei Ankunft am

  Friedhof läutet dann das Sterbeglöckchen vom Leichenhaus.

 

-Neuerdings erfolgt eine erneute Aussegnung nicht mehr am Leichenhaus

 statt, der Sarg des Verstorbenen wird von dem Bestattungsinstitut und

 von den Leichenträger bereits vorbereitet über dem offenen Grab abgestellt.

 -Der Bestatter weist alle Trauerteilnehmer auf die vorbestimmten Plätze ein,

 nun beginnt der Priester mit den Handlungen der Bestattung, an der Aus-

 führung und der Form der Bestattungshandlungen hat sich gegenüber zu

 früheren Zeiten fast nichts geändert.

 

                Keine Sargträger mehr

-In besonderen Fällen werden keine Sargträger mehr benötigt, denn der Sarg

 wird mittels einer elektrischen Seilzugvorrichtung zu Grabe gelassen.

 

-Oftmals singt auch ein bestellter Trauersingchor oder ein bestellter Trompeter

 spielt das Feierabendlied.

 

-An der Abschiedszeremonie der Vereine, z.B. Kriegerverein und der

 Feuerwehr hat sich bis jetzt noch nichts geändert.

 

-Die etwas längeren Grabreden finden bereits beim Trauergottesdienst in der

 Pfarrkirche statt.

 

              Fast keine Kranzspenden mehr

-Kranzspenden gibt es seit ungefähr 1990 so viel wie keine mehr, dafür gibt es

 meistens eine Geldspende für die Grabpflege oder eine Spende nach Willen

 des Verstorbenen.

 

-Das letzte Weihwassergeben erfolgt zuerst, nach Abschluss der Bestattung,

 vom Priester, dann die Vereine, dann nach und nach alle Anwesenden und

 zuletzt erst die weitere und nähere Verwandtschaft.

 

-Seit einigen Jahrzehnten ist es der Brauch, dass kleine Blumengebinde

 oder ein Rosenzweig zum Abschied ins offene Grab geworfen wird.

 

             Wichtiger Informationsaustausch

-Nach Abschluss der Bestattungsfeierlichkeit stehen z.B. so manche

 Teilnehmer beisammen und trösten sich gegenseitig, wegen des allzu

 frühen Abganges des Verstorbenen, oder auch anderswie.

 

-Alle geladenen Trauergäste suchen das Wirtshaus auf, und auch hier hat sich

 gegenüber zu früheren Zeiten fast nichts geändert.

 

                            Trauerzeit und deren Form

-Bei der Trauerzeit und deren Form hat sich in den letzten Jahrzehnten schon

 einiges geändert, je nach der Einstellung zu der neueren Trauergeneration

 wird fast nicht mehr so viel in schwarz getragen, z.B. eine Trauerzeit von

 einem Jahr wird schon seit ungefähr 30 Jahren nicht mehr so richtig

 eingehalten.

 

-Eigentlich versucht jeder seine Trauer auf seine eigene Art und Weise

 zu verarbeiten.

  

             Urnenbestattung immer mehr

-Eine neue Form der Urnenbestattung nimmt immer mehr zu.

 

 

 

 

 

  

             Aussegnung und Verabschiedung

-Bei einer Urnenbestattung, besser gesagt nach einer Leichenverbrennung

 ist und kann der Ablauf einer Bestattung etwas anders sein.

 

-Die sogenannte Aussegnung erfolgt unter Teilnahme der Bevölkerung am

 Pfarrplatz bei der Pfarrkirche, der Leichnam befindet sich im Sarg, aufgebahrt

 im Totenauto, vor der Abfahrt ins Krematorium verabschieden sich die Trauer-

 gäste mit Weihwasser.

 

-Hier in diesem Falle kann sich die Zeit vom Eintritt des Sterbens bis zur

 Bestattung je nach Lage der Zeit schon etwas verlängern, unter Umständen

 kann dies sogar bis zu ein bis zwei Wochen dauern.

 

-Bei der Bestattungsform ändert sich nicht viel, in diesem Falle wird die Be-

 stattungsurne mit der enthaltenen Aschekapsel mit einer Schnurvorrichtung

 in eine vorgebohrte Graböffnung hinabgelassen oder in einer freien Urnen-

 kammer der Urnenwand abgestellt.

 

            Bestattung eines Andersgäubigen

-Derzeit, bei uns noch nicht oft, findet eine Beerdigung eines Andersgläubigen,

 hier z. B. bei einem evangelischen Verstorbenen, grundsätzlich in einer

 ähnlichen Art und Weise wie bei uns statt, der Sterbewortgottesdienst

 findet in der Pfarrkirche statt und die weiteren Begräbnisgebräuche

 richten sich nach deren Glauben.

 

                         Bestattung von Nichtgläubigen

-Bei einer Bestattung eines Verstorbenen ohne eines Glaubens entfällt die

 kirchliche Zeremonie, jedoch wird dieser mittels eines bestellten

 Trauerredners ebenfalls sehr ehrenhaft beerdigt.

 

              Warum diese Zusammenstellung

-Vorgenannte Zusammenstellung solle nur dem dienen, dass die damaligen

 Beerdigungsgebräuche einfach nicht in Vergessenheit geraten.

 

       Zusammenstellung, 2x Skizze und Bild, Rupert Herrmann, 10.03.2018

 

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Sterben:           

            Quellenenangabe: Rupert Herrmann, 92697 Georgenberg, Faislbach 24, Januar 2015 

Die geht auf meine Beerdigung auch nicht! 

-In Brünst waren mal zwei Nachbarinnen, da sagte die Eine zu der Anderen, du  sagte sie, gestern war die Beerdigung von unserer ältesten Dorfbewohnerin, da  sagte  die Andere, "die geht auf meine Beerdigung auch nicht!". 

 

 

Für wen geht man eigentlich auf die Beerdigung!? 

-Seien wir doch mal ehrlich, gehen wir auf die Beerdigung, zwecks des Ver- 

 storbenen, oder gehen wir, dass wir von der Verwandtschaft des Verstorbenen 

 gesehen werden!?

-Ich kannte einen schon etwas älteren Mann aus unserer damaligen Ortschaft  Faislbach, der fuhr mit seinem Moped, immer mit Schutzhelm ausgerüstet, zum 

 Friedhof. 

-Hier lehnte er sein Gefährt  an der Friedhofsmauer ab.

-Ging zum Leichenhaus und gab, der oder dem, im Leichenhausvorraum aufge-

 barten Verstorbene/n, dass vorletzte Weihwasser, so wie es halt hier bei uns 

 der Brauch ist.

-Zu Fuß ging er zu der Pfarrkirche hoch und wohnte der Verstorbenenmesse bei.

-Man konnte sagen, dieser Mann war bei allen Beerdigungen anwesend.

-Wie es halt früher so geheißen hat, man geht auf jede Beerdigung, weil wenn  man selber mal stirbt, dass natürlich die Nachfolgebevölkerung auch geht.

-Diesem Mann ist dann seine Ehefrau gestorben, eigentlich waren doch einige 

 Anteilnehmer/innen, die diesem Mann seiner Frau, die letzte Ehre erwiesen.

-Aber eines Tages hat es geheißen, der Mann mit dem Moped, der fast an allen 

 Beerdigungen dabei war, der ist verstorben.

-Dieser Verstorbene hatte keine Angehörigen mehr, somit waren an dieser  Be-

 erdigung fast  keine Anteilnehmer dabei, denn diese konnte man fast an zwei 

 Händen abzählen!

-Nun fragt man sich, gehen die Leute wegen dem Verstorbenen oder wegen 

  deren Angehörigen  zur Beerdigung!?        

                   Dreimal dürft Ihr raten!

 

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Sterbebilder:

    Quellenangabe: Rupert Herrmann, 92697 Georgenberg, Faislbach 24, Dezember 2014

 

-Sterbebilder oder Sterbe-Erinnerungszeichen hat es etwa vor 1900  überhaupt  nicht gegeben. Erst im 1. und im 2. Weltkrieg hat man den gefallenen Soldaten

 mittels dem Sterbezeichen ein bildliches Andenken bewahrt.

-Personen aus wohlhabenden  Unternehmerfamilien haben ihre Verstorbenen mit  einem Sterbebild in bildlicher Erinnerung gehalten.

-Bei den einfachen Bürgern hatte es sich erst grundsätzlich nach dem Krieg,  etwa um 1950 eingebürgert.

-Sterbezeichen: - um 1920, schwarz/weiß, ca. 7 x 11 cm,

                        - um 1980, schwarz/weiß, mit Bild, faltbar,

                        - um 1990, in Farbe, mit Bild, faltbar.

-Auszug aus dem Archiv:

             - Johann Schmidt, * Aug. 1851, + 02.03.1917 zu Schwanhof

                                         ehemaliger Poliermeister in Galsterlohe.

             - Anton Filchner,    * 03.05.1896,  +11.April 1917 bei Arras,

                                         Bäckermeisterssohn in Neudorf,

                                         Soldat im 6. bay. Infanterie Regiment.

             - Rosina Janda,     *1885, + 20.Mai 1922, mit 37 Jahren,

                                         Schreinersgattin von Georgenberg.


 

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                     U

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                Umsonst, (Umma suunst)

        Zusammenstellung:  Rupert Herrmann, anno 02. März 2016

-Im Laufe des Lebens gebraucht man des Öfteren einige Sinnsprüche

 wie zum Beispiel wie folgt:

 

-Da Toaud is umma suunst, und der kost ahs Leehm !

               -Der Tod ist umsonst, und der kostet das Leben!

 

-Mied nix hob ih in des Zeigl eine gheirat, ummra suunst hob ih mied

 gaorbat und dann homsme davoh ghaut !

               -Mit nichts hab ich in ein Anwesen hinein geheiratet,

                              umsonst habe ich mitgearbeitet und dann haben

                              sie mich davon gehaut !

 

-Des Leehm is ummra suunst und suunst aah um nix !

               -Das Leben ist um sonst und sonst auch um nichts ! 

 

-Ummra suunst, des kost nix, und wos nix kost, des is nix Gscheits!

               -Eine Sache um sonst, das kostet nichts, und was  

                              nichts kostet, das ist nichts  Gescheites !

 

-Ummra suunst und wieda nix !

               -Alles ist um sonst und dann gleich wieder nichts !

 

-Mit di Leit üba irgendwos sinnvoll redn wolln, oftmals alles

                                                                   umsonst oder umsuunst!

 

-Wenn Du ummra suunst wos kriagst, dann überlech Dir immer warum!

 

-Angebotener Dienst, ist fast immer umsoonst oder auch amasuunst!

 

-Ner as ahschauha, des is umma suunst!


 

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     W            Witze

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13.09.2018 Kinderverhütung auf dem Heuboden

-Worn ah mal ah Maah und ah Weih,

 dai hom scha vül Kinna gaht,

 und wieda is oins kumma,

 nimma gwißt hobms waou zaou damit.

 

 -Na dann haout er gsagt,

  woißt wos Weih,

  ich schlaouf heint am Heibodn drourm,

  haouts ah weng gschaut und haout gsagt,

  ja wennst moinst, dass des wos hilft,

  naou gaihwe halt mit affe!

 

Abschrift von Musikkassette: (1994 Tochter Michaela)

         Vortrag von Theresia Kreuzer  

 

  

 

          Zusammenstellung und Skizze: Rupert Herrmann, 13.09.2018


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10.09.2018 Verwechselte Liebesdummheit

-Ah Baua haout bloß oin Baoum ghabt, na der,

 der wor ah nirt so wai die andern,

 ja der haout halt ah weng,

 na der wor halt ah weng zruckzogn.

 

-Und aitzat wai er so siebertza Jaouha worn is,

 is er halt ah scho hinta dMoidla naouche grent.

 

-Da Vota haout des glei gspannt und haout ah glei gsagt,

 Baouh des oine socha da,

 wennst erba du goauah ah mal heiraan wolltest,

 dai oine maou dümmer sei, als du selbert bist,

 sinst gait des nirt gurt, des maoußt doch ah selber sergn.

 

-Naja da Baou is wiederahmal furtganga,

 aitz is ah ham kumma und haout gsagt,

 Vota aitza kanne heiratn, aitza hobe oine,

 dai is wirlich dümmer allse selber bin.

 

-Ja haout da Vota gsagt, waih haoust denn des aasganga,

 Na ja haouta gsagt, daou saam ma ham ganga,

 naou hom ma se am Gaortnzauh dragloint,

 da Mouh haout gscheint,

 naja aitza haout dai allaweil daou vorna ummanandagsoucht,

 und ich hoh doch den Geldbeitl hintn ghat.

 

 Abschrift von Musikkassette: (1994 Tochter Michaela)

              Vortrag von Theresia Kreuzer

  

 

                                  Zusammenstellung und Skizze: Rupert Herrmann 10.09.2018



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